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Vereinsportrait: Jugendkunstwerkstatt Koblenz e.V. („JuKuWe“)

Verfasst von Gast am So, 02/05/2010 - 09:19.

Innerlich brodelt es schon. Aufgeregtes Glühen und unruhige Bewegungen machen sich breit. Und dann platzt es aus dem kleinen Ruben heraus: „Es ist besser außen zu fahren, innen gibt's Krabumms!“ Wir sind mittendrin im Kurs „Einradfahren für Anfänger“ und dort sprüht es nur so vor Kreativität und Ideen, denn in wenigen Wochen steht der große Auftritt des Circus Bambini ins Haus, eine von zahlreichen Attraktionen der Jugendkunstwerkstatt Koblenz.

Bis es soweit ist, heißt es für die aufgeweckten Kinder aber vor allem eines: Üben, üben, üben und dabei wie von Zauberhand lernen, Individualität und soziales Engagement zu entwickeln.


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Das ausgemachte Ziel der 1991 gegründeten „JuKuWe“ ist es nicht nur, die künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten junger Menschen zwischen 3 und 27 Jahren zu fördern, sondern auch ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Ganz gleich ob Manga-Zeichnen, Jonglieren, Fotografieren oder Arbeiten mit Ton, hier darf in ca. 30 Kursen jenseits von Termin-und Notendruck nach Herzenslust gewagt, gestaunt und getobt werden.


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Genau wie ihre tatkräftigen Zukunftsträger streckt sich auch die Jugendkunstwerkstatt über Grenzen hinaus, immer auf der Suche nach Potenzial für neue Projekte und Gesichter. Dabei hat sich vor allem die Zusammenarbeit mit anderen kulturellen Einrichtungen und Schulen als fruchtbar erwiesen. So standen zum Beispiel Klingeltöne komponieren und das Bedrucken von T-Shirts mit dem eigenen Logo im Zentrum des Modellprojektes „B-One!“ an der Diesterwegschule, für die Grundschule Lützel wurde zur Gestaltung einer Wandfläche ganz tief in den Farbtopf gegriffen und in Kooperation mit der evangelischen Jugend Koblenz-Mitte bekam die Fassade des Jugendhauses am Moselring eine Auffrischungskur verpasst. Passend zum Namen, JAM, ruht auf dem Dach jetzt ein riesiges Marmeladenglas.

Entspannt geht es auch in der Aquarell-Klasse von Eva-Maria Weiss zu. Die gelernte Modegrafikerin ist jetzt Kunsttherapeutin in einem Rehabilitationszentrum in Bad Neuenahr und nebenbei seit über 10 Jahren als Kursleiterin im Kurt-Esser-Haus tätig. Auch dieses Semester haben sich ausschließlich Mädchen in ihrem Kurs eingefunden, aber ab und zu gibt es ihn dann doch, den „Quotenbub“, der sich für die Aquarell-Malerei begeistern kann und dem Kurs dann auch lange erhalten bleibt. Ungewöhnlich ist diese Treue gewiss nicht, denn für viele Kinder und Jugendliche ist der Verein ein zweites zu Hause geworden.


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Das gilt auch für die 17-jährige Victoria. Schon seit 8 Jahren ist sie an Bord und erzählt von ihrer letzten nächtlichen Sause, einer Malparty auf dem Schiff „Königsbacher“: Dort konnten die Jugendlichen ihrer Kreativität beim „Tapen“ mit buntem Klebeband freien Lauf lassen. Im Sommer möchte die Schülerin dem Verein dann selbst etwas zurückgeben und als Betreuerin auf dem jährlichen Bauspielplatz den ganz Kleinen über die Schultern schauen, wenn sie mit Holz und Nägeln ihre eigenen Hütten bauen und anschließend dekorieren. Eines der vergangenen Themen war die Unterwasserwelt mit dem Motto „Arielle und ihr Schloss,“ erklärt Victoria und wirft dem gelockten Mädchen ganz am Ende des Tisches einen vielsagenden Blick zu. Arielle ist bis über den großen Teich in die Jugendkunstwerkstatt gekommen. Die Austauschschülerin aus Vancouver lernt für zweieinhalb Monate am Hilda-Gymnasium und besucht den Aquarell-Kurs mit ihrer deutschen Gastschwester Lea. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass hier wirklich alles zusammenpasst.


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Von Unterwasserwelten zu Höhenflügen: In der Jugendkunstwerkstatt liegen dazwischen nur wenige Meter, denn auch die Seiltänzerinnen üben fleißig für ihren Auftritt im Circus Bambini, dessen Programm diesmal unter dem Motto „Superhelden und Superheldinnen“ steht. Der beste Beweis, dass Mut schon mit den ganz kleinen Schritten anfängt, ist Gesa, eine der Jüngsten in der Gruppe. Bei ihren ersten Versuchen auf einem höheren Drahtseil zu balancieren, strauchelte sie und konnte gerade noch von ihrer Trainerin aufgefangen werden. Und dann hat Gesa das getan, was am wichtigsten ist: Sie ist aufgestanden und hat weitergemacht.

Termine:

Circus Bambini:
Benefizveranstaltung am Samstag, 12.Juni um 15 Uhr
2. Vorstellung: Sonntag, 13. Juni um 11 Uhr
3. Vorstellung: Sonntag, 13. Juni um 15 Uhr

Kunstreich:
4. SommerKunstCamp vom 25. Juni bis 27. Juni im Fort Konstantin

Bauspielplatz 2010 "Die spinnen, die Römer"
19. Juli bis 6. August. Anmeldung am 8. Mai. Für Kinder von 7 bis 14 Jahren.

Weitere Informationen zur Jugendkunstwerkstatt und dem Förderverein: www.jukuwe.de

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