- Interview Dr. Sigurd Scholl zu zentralisiertem Ärzte-Notdienst
- Interv. Bürgermeister Betzdorf: Schließung "Wolf-Garten"
- M. Hahn (CDU) zu Schwimmbädern und Kinocentern Neuwied
- Studenten zum Chaos an der Uni Koblenz
- Dr. U. Weibler, ltd. Ärztin des med. Dienstes RLP zum Pflegebericht
- Pressesprecher DJV: "Medienhochschule Bad Ems"
Vereinsportrait: Ju-Jutsu-Club Boppard
„Wie sich der Bambus unter der Schneelast biegt, ohne zu brechen“. Hinter diesem Bild friedlicher Ruhe und Gelassenheit verbirgt sich tatsächlich eine Kampfsportart. Selbstverteidigung wird hier im Nachgeben und Ausweichen gesucht und mit der Kraft des Angreifers soll gesiegt werden.
Foto anklicken zum Vergrößern
Ju-Jutsu, das ist die „sanfte Kunst“. Zusammengesetzt aus dem japanischen „Ju“ für Geschmeidigkeit, Weichheit und Sanftheit, aber auch Kraft und Schnelligkeit, und „Jutsu“ für Kunst oder Technik, sorgt das Selbstverteidigungssystem mithilfe von Flexibilität von Körper und Geist nicht nur für Sicherheitsempfinden, sondern auch für ein ausgewogenes Körpergefühl.
Mit diesem Sport verbindet sich eine Lebensphilosophie und wenn man sich Alois Maximini so ansieht, dann spürt man, dass der drahtige Vorsitzende des Ju-Jutsu-Clubs Boppard sein Amt mit jeder Faser seines Körpers begleitet. Der 64-Jährige ist 1. Dan, die Grundstufe von 10 Meistergraden, und lässt keine Gelegenheit verstreichen, seiner Leidenschaft nachzugehen.
Kaum auf der Trainingsmatte, fließen die Bewegungen oft schneller zusammen, als das Auge fassen kann. Hier wird die Hand ausgestreckt, dort unter dem Arm hindurchgeglitten und ganz nebenbei der Partner mit dem Bein zu Fall gebracht. Dabei harmonisieren bewährte Elemente aus Aikido und Judo und Karate, die als Wurzeln des Ju-Jutsu fest in den Techniken verankert sind.
Bereits seit 20 Jahren stehen die Türen des JJC Boppard jetzt offen für neue und erfahrene Kyu (Schüler); zurzeit zählt der Verein etwa 60 Jutsuka in seinen Reihen. Entsprechend bunt gemischt sind auch die Trainingseinheiten. Weiße, orangefarbene, grüne, braune, blaue und gelbe Gürtelträger finden sich auf der Matte zusammen, um sich gegenseitig zu fordern und voranzutreiben.
Dass unter ihnen auch einige Polizeibeamte trainieren, setzt eine Tradition fort, die, für den Sport bedauerlich, immer weniger zum Tragen kommt. In seinen Ursprüngen in den 60er Jahren wurde Ju-Jutsu konzipiert, um Polizei, Justiz und Zoll zu einer waffenlosen Selbstverteidigung zu verhelfen. Heute muss der Sport vielmehr den Kampf mit Dienstplänen aufnehmen, die ein regelmäßiges Training vor allem von Polizeibeamten erschweren.
Lohnenswert ist ein Einstieg aber allemal, denn neben körperlicher Entwicklung steht der geistige Fortschritt im Mittelpunkt: Willensstärke, Disziplin, Loyalität und Respekt zählen zu den Kernansprüchen des Ju-Jutsu.
Ganz in diesem Sinne endet auch jede Trainingseinheit im JJC Boppard. Zum Abschlussgruß stehen die Lehrer ihren nach Gürtelrang geordneten Schülern gegenüber. Ein Moment der Stille und des Innehaltens greift um sich. Die meterlangen Fenster erlauben freie Sicht auf den Rhein.
Alles ist im Fluss.
Weitere Informationen und Kontakt:
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben

