Sport-Mythen: Was ist wahr und was ist falsch?

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Sport

Mythen gibt es wahrscheinlich in nahezu jedem Lebensbereich, selbstverständlich auch Sport-Mythen. Meist kennt sie fast jeder und viele nehmen sie für bare Münze. Doch oft entsprechen die Mythen gar nicht der Realität und genau das Gegenteil ist der Fall. Heute nehmen wir vier Mythen im Bereich Sport unter die Lupe.

Mythos 1: Der Körper verbrennt erst nach einer halben Stunde Sport Fett

Manche gehen davon aus, dass unsere Muskeln erst nach 30 Minuten ausgiebiger Betätigung anfangen die Fettreserven zu verbrennen. Für einige ein Grund gar nicht erst mit dem Sport anzufangen, da sie nicht so viel Zeit haben. Aber dieser Mythos stimmt nicht. Die beiden wichtigsten Energiequellen für unsere Muskeln sind Kohlenhydrate und Fette. Diese brauchen unsere Muskeln zur Energiegewinnung. Immer. Ab der ersten Muskelkontraktion. Was sich allerdings ändert, ist die Zusammensetzung. Anfangs nutzt der Muskel hauptsächlich Kohlenhydrate, wenn dieser Vorrat schrumpft, nimmt er immer mehr Fett hinzu. Daher kommt wahrscheinlich auch dieser Irrglauben. Da die Fettverbrennung erst mit Dauer der Aktivität zunimmt. Trotzdem verbrennt der Muskel schon beim ersten Schritt, Kohlenhydrate, aber auch Fett. Ein weiterer Faktor ist die eigene Kondition. Je fitter der Sportler, desto mehr Energie verbraucht der Muskel. Für effizienten Sport ist es sinnvoll sich nicht ganz zu verausgaben, sondern eher in einem gemäßigten Pulsbereich zu trainieren.

Mythos 2: Sport ist nur mit Muskelkater effektiv

Wer nach dem Trainieren keinen Muskelkater hat, hat nicht effektiv genug trainiert? Stimmt diese Behauptung? Heute wissen Mediziner, dass der Muskelkater nicht durch eine Übersäuerung des Muskels entsteht, wie jahrelang angenommen. Wenn wir nach sportlicher Betätigung einen Muskelkater bekommen, bedeutet dies, dass im Muskel die kleinsten Muskelfasern verletzt sind. Eine Verbindung zwischen Muskelkater und vermehrtem Muskelwachstum gibt es nicht. Auch wenn noch nicht alle Fragen rund um den Muskelkater von der Wissenschaft geklärt sind, scheint er eine sehr individuelle Erscheinung zu sein. Sprich, jeder reagiert unterschiedlich und hat sein individuelles Muskelkater-Erlebnis. Wo der eine einen starken Muskelkater bekommt, merkt ein anderer gar nichts. Wer sich einen Muskelkater erarbeitet hat, sollte am nächsten Tag nicht in gleicher Intensität weiter trainieren. Sondern sich lieber etwas schonen. Der schmerzende Muskel kann ein Anzeichen dafür sein, dass der Sportler zu übermäßig trainiert oder Übungen unsauber ausgeführt hat. Wenn er einmal da ist, am besten nicht ganz auf Sport verzichten. Optimal ist eine leichte körperliche Betätigung, beispielsweise Yoga oder leichte Dehnübungen. Wer trotz starkem Muskelkater keine Rücksicht auf seinen Körper nimmt, riskiert Folgeschäden für die verletzten Muskeln. Ein warmes Bad, mit muskelentspannendem Zusatz, der Gang in die Sauna oder eine Wärmflasche unterstützen die Regeneration.

Mythos 3: Einen Sixpack bekomme ich nur durch Sit-ups

Kann ein Sportler mit Wiederholung nur einer Übung zu dem heiß ersehnten Sixpack kommen? Nein, auch hier irrt sich der Mythos. Es ist mehr nötig, als diese eine Übung. Egal, wie viel trainiert wird, wenn der Körperfettanteil nicht unter einem bestimmten Wert liegt, sieht der Sportler nichts von seinem Sixpack. Um den Körperfettanteil zu reduzieren, eignet sich Ausdauersport. Beispielsweise schwimmen, Rad fahren oder joggen. Eine wichtige Rolle spielt auch die richtige und gesunde Ernährung. Wer nur Sit-ups macht, trainiert nur eine Muskelpartie. Dadurch kann es zu Fehlhaltungen kommen. Um das zu vermeiden, ist es wichtig, immer auch die Gegenspieler zu stärken. In diesem Fall die Rücken-, Rumpf- und Gesäßmuskeln. Mit Sit-ups alleine wird der Sportler nicht zum Ziel kommen. Optimal wäre es den ganzen Körper zu trainieren und nicht nur separiert einzelne Muskelgruppen.

Mythos 4: In der Schwangerschaft bloß keinen Sport machen

Diese Behauptung entspricht auch nicht der Wahrheit. Sportliche Betätigung in der Schwangerschaft hat sogar Vorteile für Mutter und Kind. Das körperliche Wohlbefinden wird gefördert. Die Durchblutung und damit die Sauerstoffversorgung verbessert. Die Abwehrkräfte werden gestärkt. Die Schwangere wird leistungsfähiger, dies kann zudem für die Entbindung von Vorteil sein. Das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wird vermindert. Besonders geeignete Sportarten sind Schwimmen und Yoga. Frauen die vorher schon Sport betrieben haben, dürfen diesem weiter nachgehen. Solange es kein Sport ist, der zur Gefährdung des Kindes oder der Mutter führt. Beispielsweise Sport, der ein hohes Verletzungsrisiko birgt, wie Mannschafts- oder Leistungssport.

Frauen, die bis zu ihrer Schwangerschaft keiner körperlichen Betätigung nachgegangen sind, sollten zumindest mit leichtem Training beginnen, um sich optimal auf die Geburt vorzubereiten. Bauchmuskeltraining sollten Schwangere im zweiten Drittel der Schwangerschaft vermeiden. Wenn die werdende Mutter sich wohlfühlt, bei der körperlichen Betätigung, der sie nachgeht, ist dies ein gutes Zeichen, dass ihr der ausgeübte Sport guttut. In jedem Fall ist es ratsam, sich mit dem betreuenden Arzt oder der Hebamme abzusprechen. Vor allem, wenn die Schwangere sich unwohl fühlt oder eine Risikoschwangerschaft vorliegt.

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