Bürgerbegehren des Frankfurter Rennklubs bleibt aufrecht

Pferde auf der Rennbahn
Regionales

Obwohl bereits ein Abriss der Tribüne am Gelände der Galopprennbahn in Frankfurt geplant ist, bleibt der Rennklub bei dem bereits im Jahr 2015 eingebrachten Bürgerbegehren namens „Pro Rennbahn“, dass auf dem Gelände die Errichtung einer Akademie des Deutschen Fussballbundes (DFB) verhindern will. Im Frühling soll sogar mit einer neuerlichen Unterschriftenaktion gestartet werden, wie der Sprecher des Rennklubs, Carl Phillip Graf zu Solms verlautbaren ließ. Es wird darauf gehofft, dass genügend Unterschriften gesammelt werden können, um statt dem DFB ein Wohnprojekt auf dem Gelände zu initiieren. Dieses Wohnprojekt ist als ein Wohnquartier gedacht, das alleine für den Tag der Landtagswahl errichtet werden soll. Diese findet am 28. Optiker 2018 statt.

Stadt Frankfurt hält dagegen

Auf die Pläne der Stadt Frankfurt, den Sportvereinen in Frankfurt das bestehende Mobiliar und die Ausrüstung der Tribüne zur Verfügung zu stellen, reagiert der Sprecher der Bürgerinitiative verwundert. Laut dem rechtlichen Stand sei dieses Vorgehen sehr dubios und müsste einer Prüfung unterzogen werden, so der Graf zu Solms. Es gebe einen Mietvertrag der dem Rennklub selbst bei Vertragsende das bewegliche Inventar zusprechen würde. Dabei besteht Solms darauf, dass selbst die Sitze und Dinge, die abgeschraubt werden können, zum beweglichen Eigentum zählen würden. Es ist jedoch nicht geplant, aufgrund dieser Angelegenheit vor Gericht zu ziehen.

Bis zum Oberlandesgericht Frankfurt ist der Fall schon gediegen. Das Gericht wies damals jedoch die Anliegen des Rennklubs zurück und sprach ihm ab, gegen die Räumungsklage etwas unternehmen zu können. Der Rennklub hat daraufhin den Bundesgerichtshof mit der Causa beauftragt. Zudem sei noch das Sarotti-Häuschen, das der Mutter von Solms gehöre und sich auf dem Gelände der Rennbahn befindet, vollständig möbliert und bewohnt. Deshalb sei eine vollständige Übergabe des Rennklubs nicht möglich, denn das Haus sei noch nicht geräumt. Es ist außerdem nicht geplant, dass sich an dem Sachverhalt etwas ändern wird.

Wissenswertes zur Rennbahn

Anders als es der Name der Rennbahn vermuten lassen würde, liegt sie nicht im Frankfurter Stadtteil Niederrad, aber in Sachsenhausen Süd, wobei hier die Grenze des Stadtteiles touchiert wird. Zudem liegt die Geschäftsadresse in Niederrad. Die Galopprennbahn besteht seit dem Jahr 1864 und wurde vom Rheinischen Rennverein gebaut. Die Finanzierung erfolgte durch eine Zusammenkunft mehrerer deutscher Fürsten. Der Eingang der Rennbahn stellt zudem ein Kulturdenkmal dar und steht daher auch unter Denkmalschutz. Trotz einer aufwendigen Renovierung dieses Eingangsbereiches fand das letzte Rennen im Jahr 2015 statt. Seit diesem Zeitpunkt wird die Rennbahn dem Verfall überlassen. Neben der Möglichkeit Rennen abzuhalten, kann auf dem Gelände auch Golf gespielt werden.

Die Unstimmigkeiten rund um den Konflikt

Der DFB hatte bereits im März 2014 geplant, eine Akademie auf dem Gelände zu errichten. Im heurigen Jahr soll dieses Anliegen weiterverhandelt werden. Interessant im Zusammenhang mit dem Bürgerbegehren ist der Umstand, dass dem DFB durch die Stadt Frankfurt das Gelände bereits für 99 Jahre im Sinne des Erbbaurechts verkauft wurde. Dies geschah schon im Jahr 2014. Es war geplant die Rennbahn im Jahr 2016 zu übergeben und die Errichtung des Leistungszentrums wurde bis zum Jahr 2018 bereits eingeplant. Es ist jedoch so, dass der Verein, der bisher auf der Rennbahn tätig war, einen Pachtvertrag bis zum Jahr 2024 hat. Daher entstand die Bürgerinitiative Pro Rennbahn, um gegen das Vorhaben der Stadt Frankfurt zu protestieren. Bisher wurden 13.715 Unterschriften gesammelt.

Das waren genug Unterschriften um die Stadt zu Abhaltung eines Bürgerentscheides zu zwingen. Vor diesem Bürgerentscheid ließ Pro Rennbahn verlautbaren, dass den Bürgern die Errichtung der Akademie 84 Millionen Euro kosten würde. Es ist jedoch nicht klar, wie diese Zahlen entstanden sind. Außerdem wurde behauptet, dass der DFB weniger Pacht zahlen müsse, was aber nicht der Wahrheit entspricht.

Das Ergebnis auf dem Bürgerentscheid

Am 21. Juni 2015 musste der Bürgerentscheid aufgrund genügend eingebrachter Unterschriften der Bürgerinitiative Pro Rennbahn abgehalten werden. Dabei sprach sich die Wählerschaft klar für den Erhalt der Rennbahn aus. Da für ein gültiges Ergebnis jedoch ein Zustimmungsquorum von 25 Prozent gebraucht wurde, hatte der Entscheid keinerlei bindenden Charakter für die Stadt. Pro Rennbahn versuchte daraufhin, über den Rechtsweg zu verhindern, dass das Gelände an die Stadt übergeben wird. Auf dem Gerichtsweg war die Bürgerinitiative aber nicht erfolgreich und sieht sich nach wie vor einer Räumungsklage gegenüber. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Schritte Pro Rennbahn in dieser Cause überlegt und unternehmen wird.

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