Keine Casino-Resorts bis zur Weltausstellung 2025 in Osaka?

Osaka in Japan
Lifestyle

Wer geplant hat, die Weltausstellung „World Expo“ 2025 in Osaka zu besuchen, der muss eventuell auf den Besuch der dort geplanten Casino-Resorts verzichten. Gleich drei Großbauprojekte von Casino-Resorts hat die japanische Regierung angekündigt. Nun gibt es Diskussionen um die Bestimmung des Ortes. In der engeren Auswahl für einen der drei Casino-Resorts steht die Stadt Osaka. Doch dort soll 2025 auch die Weltausstellung „World Expo“ stattfinden. Vermutlich einer der Gründe der lokalen Regierung, den Bau der Casino-Landschaft in Osaka voranzutreiben, denn die Weltausstellung gilt als Besuchermagnet. Ein Vorhaben das Konfliktpotenzial birgt, denn der Verband der Weltausstellung äußerte bereits Unmut über die geplante Eröffnung des Casino-Resorts.

Designing Future Society for Our Lives

„Designing Future Society for Our Lives“ ist das Motto der World Expo 2025, auf dessen Standort sich die Bureau International des Expositions schon 2018 einigte. Vom 3. Mai bis 3. November 2025 wird in der japanischen Stadt Osaka die Weltausstellung zu den Themen „Saving Lives“, „Empowering Lives“ und „Connecting Lives“ stattfinden. Auf dem Gelände von Yumeshima können Architektur- und Kunstinteressierte auf 155 Hektar verschiedene Werke besuchen.

Anschließend an die Weltausstellung soll das Gelände umgebaut und sinnvoll umfunktioniert werden. Alle zwei bis drei Jahre lockt die Weltausstellung zu verschiedenen Mottos Besucher in unterschiedliche Länder. Das gleiche gilt 2025 voraussichtlich auch für Osaka. Eine passende Gelegenheit um die Menschen nicht nur für die Ausstellung, sondern auch für Glücksspielhallen zu begeistern, dachte sich vermutlich die japanische Regierung und ihre Investoren. Seit einigen Jahren sind drei große Casino-Resorts in Planung, dessen Standorte noch lange unklar waren. Nun ist Osaka in die engere Auswahl gefallen, nachdem auch dort die Weltausstellung für 2025 vorerst genehmigt wurde. Den Plan, direkt neben dem Gelände der Weltausstellung ein Casino Resort zu eröffnen, missbilligen die Veranstalter der Weltausstellung.

Bitte an japanische Regierung

Als sie von dem Vorhaben erfuhren, richteten sie eine Bitte an die japanische Regierung, in Osaka 2025 keine Casinos zu öffnen. Die darauffolgende Reaktion von Hirofumi Yoshimura, dem Gouverneur von Osaka, war eindeutig. Er sieht in der Forderung des Verbandes den Wunsch, mit einer großen Eröffnungsfeier des Casinos nicht die Aufmerksamkeit von der Weltausstellung abzulenken. Er hält die Eröffnung des Casino-Resorts für unproblematisch. Auch die Präfektur Osakas und die Stadtregierung setzten sich weiterhin für Osaka als Standort des Casino-Resorts ein. Der finale Beschluss muss von der Zentralregierung allerdings noch bestätigt werden. Dass die Wahl zu Gunsten von Osaka fällt, gilt als sehr wahrscheinlich, doch bleibt unklar, ob die Bauarbeiten des Casino-Resorts tatsächlich bis 2025 abgeschlossen werden können, verbleiben schließlich nur noch maximal 5 Jahre für den Bau bis zur gewünschten Eröffnung.

Auch die Finanzierung von zwei Großprojekten stellt mit Sicherheit eine Herausforderung dar – so kostet alleine der Bau der Weltausstellung laut Schätzungen schon eine Milliarde Euro. Dazu kämen noch die Betriebskosten im geschätzten Wert von 668 Millionen Euro. Schon 2018 gab es vor Beginn der Olympischen Spiele in Japan eine ähnliche Debatte um die Casinos. Die Gegner setzten sich damals schließlich durch. Japans Ministerpräsident Taro Aso hingegen ist selbst ein großer Befürworter des Baus der Casino-Resorts. Als entscheidendes Argument sieht er den Vorantrieb des Tourismus und auch die damit verbundenen Einnahmen sowie die Schaffung von weiteren Arbeitsplätzen. Glücksspiele sind in Japan immer noch ein schwieriges, umstrittenes Thema. So sprachen sich 2017 die Mehrheit der Japaner gegen einen Bau von Casino-Resort aus.

Doch der asiatische Glückspielmarkt ist vielversprechend und gilt als „Goldgrube“. Hochburgen für Casinos und Glücksspiel in Asien sind unter anderem in Singapur und Macau zu finden. In Japan wurden die Bedingungen und Gesetze für Casinos erst im Jahr 2016 gelockert, obwohl das Land einen der größten Glücksspielmärkte auf der ganzen Welt birgt und die Nachfrage nach Roulette oder Blackjack zweifellos vorhanden ist.

Regierung in Japan setzt auf Spielerschutz

Spielerschutz in JapanDie Japaner selbst möchte die Regierung durch einen Spielerschutz vom übermäßigem Casinobesuch abhalten. Japans Parlament führte rege Diskussionen über strikte Besuchsbeschränkungen und der Ausschüttung von Gewinnen für Einheimische. Obwohl Glücksspiel in Japan lange komplett illegal war, lebten die Japaner ihre Spielfreude in sogenannten Pochinko-Hallen auf andere Weise aus. Das Automatenspiel mittels Metallkugeln galt offiziell nicht als Glücksspiel und auf Umwegen konnten die Japaner ihren Sachgewinn in Geld umtauschen.

Das Geschäft mit den Pochinko-Hallen trat als deutlicher Wirtschaftszweig hervor, der auch für die japanische Regierung nicht unbeachtet blieb. Angesichts der Korruptionsvorfälle und der hohen Staatsverschuldung gerät die Regierung Japans sowieso zunehmend unter Druck, das Land wirtschaftlich besser aufzustellen. Viele Politiker sehen in den Casinos eine Lösung, die Wirtschaft etwas anzukurbeln, da Casinos auch Touristen aus dem Ausland anziehen und so die Staatskassen füllen können. Ob die Casinos allein die wirtschaftliche Lage verbessern können und wie die Entscheidung für Osaka und die Weltausstellung ausfallen wird, bleibt allerdings offen.

Glücksspiel in Japan – ein reger Konflik mit ungewissen Ausgang

Schlussendlich lässt sich sagen, dass sich ein reger Konflikt fortsetzt rund um die Weltausstellung in Osaka und die Bestimmung des Standortes für die Casino-Resorts. Auch flammt die Diskussion über Glücksspiel in Japan im Allgemeinen wieder auf, was für Japan ein recht junges Thema darstellt, da Glücksspiel über Jahre hinweg verboten war, sich jedoch in Form vom Pochinko-Spielen seine Schlupflöcher suchen konnte. Die japanische Regierung möchte die Attraktivität des Landes für Touristen durch die Casinos steigern und Städte wie Osaka zu Hochburgen für Ausländer machen, die sich gerne in Spielhallen tummeln.

Osaka ist allerdings auch ganz ohne Weltausstellung und Casino-Resorts eine Reise wert. Immerhin gibt es dort Attraktionen wie den Sonnenturm von Okamoto Taro, das nagelneue Harukas-Hochhaus, der höchste Wolkenkratzer in Japan oder die Dotombori. Und nicht nur Osaka an sich, das unter den japanischen Städten eher als Geheimtipp galt, ist ein Grund in den Flieger zu steigen. Japan ist grundsätzlich in vielerlei Hinsicht ein attraktives Reiseziel und hat unter kulturellen und kulinarischen Gesichtspunkten einiges zu bieten.