C&C Research Laboratories – NEC entscheidet sich für Bonn

C&C Research Laboratories - NEC Europe (ccrl-nece.de)
Regionales

Wie jetzt bekannt gegeben wurde, hat NEC den Grundstein gelegt, um in Europa ein erstes Forschungszentrum zu errichten. Als Ort hat sich der DV-Hersteller für Bonn in Nordrhein-Westfalen entschieden. Es wird das erste Forschungszentrum des Unternehmens in Europa sein, zuvor gab es nur Einrichtungen dieser Art in Japan und den USA. Nach dem Heimatland und New Jersey wurde jetzt also Bonn ausgewählt, was sicherlich auch im Zusammenhang mit dem Ruhrgebiet steht. Genauer Standort für das neue Forschungszentrum wird der Technologiepark der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung in St. Augustin sein. Es wird C&C Research Laboratories heißen.

Die Idee von NEC besteht darin, dass die Forschungen vor allem durch die Zusammenarbeit mit anderen europäischen Einrichtungen fruchten können. Der Blick richtet sich dabei vor allem auf wissenschaftliche Institute in Europa. Als Ziele für die Forschung wurden verschiedene Schwerpunkte gesetzt, an denen sich das C&C Research Laboratories orientieren möchte. Dazu gehören Simulationstechnologien, multimediale Kommunikationssysteme und Parallel-Computing. Diese Forschungen können beispielsweise in der Medizin hilfreich sein. Abgesehen davon will NEC aber auch generell mehr Anteile am europäischen Markt gewinnen.

Das Unternehmen NEC

Bei der Firma NEC handelt es sich um ein japanisches Unternehmen. Die Abkürzung steht für Nippon Electric Company oder in Japan auch Nippon Denki Kabushiki-gaisha. Das Unternehmen wurde bereits 1899 gegründet. Gründer war Kunihiko Iwadare, ein japanischer Geschäftsmann, der nach New York ging, wo er einen Assistenten von Thomas Edison kennenlernte und danach auch in einem von Edisons Werken arbeitete. Später kehrte er nach Japan zurück, um ein eigenes Unternehmen nach westlichem Vorbild aufzubauen, das für elektronische Entwicklungen steht.

Interessant ist, dass NEC bei der Gründung bereits ein Joint-Venture gewesen ist, also im Zusammenschluss mit einem anderen Unternehmen entstand. In diesem Fall war es die Western Electric Company, die Telefone herstellte und zur Bell Company gehörte. Auch NEC stellte dann zunächst Telefone her, außerdem auch Schaltanlagen. In der Neuzeit sind natürlich moderne elektronische Geräte hinzugekommen. Dazu gehören Chips, Computer, Laptops, Bildschirme und mehr. Mit dem Forschungszentrum in Europa verspricht sich NEC mehr Marktanteile in Europa, aber auch bessere Forschung der Technologien durch die Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Instituten.

Aufgaben und Projekte der C&C Research Laboratories

Die Arbeit der C&C Research Laboratories von NEC lässt sich nicht auf ein einziges Forschungsfeld beschränken, da gerade auch eine breit aufgestellte Forschung Ziel und Sinn der Einrichtung ist. Grundsätzlich wurden zunächst die Schwerpunkte multimediale Kommunikationssysteme, Parallel-Computing und Simulationstechnologien bestimmt. Allgemeiner soll die Aufgabe aber auch darin bestehen, weltweite Nachforschungen anzustellen, um technologischen Fortschritt zu ermöglichen. Darüber hinaus steht auch die Entwicklung von Supercomputern im Fokus, die großangelegte Rechenoperationen durchführen können, um beispielsweise Simulationen zu ermöglichen. Die Zusammenarbeit mit Partnern ist ausdrücklich erwünscht.

Im Rahmen der Zielsetzung wurden unterschiedliche Projekte ins Leben gerufen, denen man sich bei NEC Europa Ltd. in den C&C Research Laboratories widmet. Dazu zählen beispielsweise Grid-Technologien. Solche Computertechnologien werden zum Beispiel in der Pharmaforschung, beim Handel auf elektronischem Wege oder in den Wirtschaftswissenschaften eingesetzt. Weitere Projekte beschäftigen sich mit HPC-Anwendungen – also High-Performance Computing bzw. Hochleistungsrechnen. Darunter fallen dann konkrete Anwendungen wie Schaltungssimulationen, Klimamodelle oder auch Werkzeuge für Finanzrechnungen.

Weitere Projekte der Forschungseinrichtung werfen den Blick auf Bibliotheken, die mit der Zeit aufgebaut und erweitert werden. Darunter fällt beispielsweise das Projekt COSY Scheduler, einem Jobplaner für PC-Cluster. Oder auch die Bibliothek DRAMA – einer Bibliothek für dynamischen Ladeausgleich von netzbasierten Anwendungen. In GRAL lassen sich Algorithmen und Datenstrukturen für C++ Anwendungen finden. Auch zur linealen Algebra wird eine Bibliothek aufgebaut, außerdem gibt es noch das Projekt PRISM Coupler. Auf der Webseite ccrl-nece.de kann man sich über die aktuellen Projekte informieren.

Hochleistungsrechnen für medizinische Zwecke

Mikroskop und Hochleistungsrechnen für medizinische ZweckeWelche Vorteile die Forschungen haben können, zeigt sich gut am Beispiel der Medizin, auch wenn durch Hochleistungsrechnen alleine nicht alle Fragen beantwortet werden können. Der menschliche Körper ist ein enorm komplexes Gebilde, dessen Vorgänge zwar grundlegend verstanden werden, aber größtenteils auch schwer vorhergesagt werden können. Simulationen dienen schon heute der Medizin, könnten aber in Zukunft noch viel wichtigere Erkenntnisse liefern. Unter anderem auch bei der Erforschung von Medikamenten, was zum Beispiel auch Tierversuche überflüssig machen könnte.

Komplexe Simulationen sind aber keine Kleinigkeit – weder in der Medizin noch in anderen Bereichen wie beispielsweise den Wirtschaftswissenschaften. Daher wird die Bedeutung von Hochleistungsrechnen immer größer und braucht noch entsprechende Forschung. Über diese Simulationen hinaus kann die Technologie aber auch im Bereich der Medizin durch eine große Vernetzung wirken. Beispielsweise auf die Weise, dass ein jeder Arzt länderübergreifend auf Patientendaten zugreifen kann, was der Diagnose natürlich enorm hilft. Hier zeigt sich aber auch schnell, dass es nicht nur technologische Fragen in dieser Hinsicht gibt, sondern auch Fragen zur Sicherheit und dem Datenschutz.

Fazit: C&C Research Laboratories NEC + Bonn = gute Entscheidung

Die Entscheidung von NEC ein Forschungszentrum in Bonn zu errichten, dient natürlich auch der Ausweitung auf dem europäischen Markt. Es ergibt aber auch Sinn die Forschungen besser zu vernetzen, indem so die Zusammenarbeit mit europäischen Wissenschaftsinstituten gesteigert werden kann. Insbesondere der Wirtschaftsraum des Ruhrgebiets war ein ausschlaggebender Faktor für die Standortwahl.

Welche technologischen Forschungen angestrebt werden, hat NEC schon zu Beginn mit Schwerpunkten festgelegt. Gerade in den Bereichen Hochleistungsrechnen und Simulationen können die Forschungen von NEC wichtige Impulse für die Medizin und andere Wissenschaften liefern. Schon jetzt laufen interessante Projekte zu unterschiedlichen Forschungsgebieten.