Charles de Gaulle – französischer General und Staatsmann

Charles de Gaulle im 2. Weltkrieg
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Charles André Joseph Marie de Gaulle lebte von 1890 bis 1970. Er galt als einer der bekanntesten französischen Politiker der Nachkriegszeit, in der er in erster Linie nationale und europäische Ziele verfolgte. Als Offizier nahm er an beiden Weltkriegen teil. Von England organisierte de Gaulle ab 1940 den Widerstand und wurde zur Leitfigur der Widerstandskämpfer in Frankreich. Nach dem Krieg hatte er das Amt des Staatspräsidenten mehrmals inne. Mit Bundeskanzler Adenauer begründete er 1963 den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag. Im gleichen Jahr entließ er Algerien in die Unabhängigkeit. 1969 trat er von seinem Amt als Staatspräsident zurück. Während seiner Amtszeit wurden sieben Attentate auf ihn verübt.

Zeittafel von Charles de Gaulle

1890 wurde Charles André Joseph Marie De Gaulle am 22. November als Sohn eines Beamten in Lille geboren.

1911 schloss De Gaulle erfolgreich die Offiziersschule in St Cyr ab. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde er zum Hauptmann befördert.

1914-1918 kämpfte er als Offizier in der französischen Armee, wobei er einige Verwundungen
erlitt.

1916 führte er als Hauptmann bei Verdun und im Fort Douaumont seine Kommandos. Hier wurde er auch gefangen genommen. Bis 1918 scheiterten fünf Fluchtversuche. Während seiner Gefangenschaft baute de Gaulle seine deutschen Sprachkenntnisse aus.

1918 endete seine Kriegsgefangenschaft.

1920-1921 meldete sich De Gaulle freiwillig zur französischen Militärmission in Polen, wo er als Ausbilder fungierte. Für seinen Einsatz im polnisch-sowjetischen Krieg vor Kiew erhielt er die höchste polnische Auszeichnung.

1921-1925 bildete er Kadetten an der Militärakademie St.-Cry aus.

1921 heiratete er Yvonne Vendroux, mit der er drei Kinder hatte. Sie blieben bis zu seinem Tod 1970 zusammen.

1925-1929 wechselte er in den Stab von General Petain.

1929-1931 bekleidete er einen militärischen Posten im französischen Mandatsgebiet Libanon.

1932-1936 wurde er Generalsekretär des Verteidigungsrats. De Gaulle setzte sich für die Stärkung von Panzerverbänden ein. 1938 erschien De Gaulles Schrift „Frankreich und seine Armee“.

Charles de Gaulle mit Winston Churchill im 2. Weltkrieg
Charles de Gaulle mit Winston Churchill im 2. Weltkrieg.
1936-1940 erhielt De Gaulle das Kommando über einen Teil der Panzerwaffe. Bei Ausbruch des Krieges war De Gaulle Colonel und Kommandant einer Panzerdivision. Im Juni 1940 wurde er zum Brigadegeneral befördert.

Am 6. Juni ernannte man de Gaulle zum Unterstaatssekretär für die Nationale Verteidigung. Am 15. Juni floh er nach London, da er den Waffenstillstand, den Petain anstrebte, nicht unterstützen wollte. Von hier rief er am 18. Juni die französische Bevölkerung zum Widerstand auf. Sie sollte auf der Seite der Alliierten weiterkämpfen. Am 25. Juni gründete De Gaulle die Londoner Komitees „Freies Frankreich“, die „Freien französischen Streitkräfte“ und das „Nationale Verteidigungskomitee“. Er wurde in der Folgezeit zum Vorsitzenden dieser Vereinigungen. Im Juli 1940 verurteilte das Vichy-Regime ihn in Abwesenheit zum Tode.

1944 im Mai rief de Gaulle die provisorische Regierung der französischen Republik in Algier aus. Im August kehrte er in das befreite Paris zurück, um im September zum Präsidenten der provisorischen Regierung Frankreichs gewählt zu werden.

1945 ernannte ihn die konstitutive Nationalversammlung am 13 November zum Präsidenten. Im gleichen Jahr erreichte er die Mitgliedschaft Frankreichs im Sicherheitsrat der UNO.

1946 erfolgte sein Rücktritt vom Amt des Präsidenten, da es Unstimmigkeiten bei der Aushandlung der Verfassung gab.

1947 befürchtete De Gaulle die wirtschaftliche und militärische Kraft Deutschlands in der Nato und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, die gerade geplant wurden. Außerdem stand er dem Schumanplan negativ gegenüber, der eine westeuropäische Montanunion mit Deutschland vorsah.

De Gaulle gründete die RPF als Sammelbewegung des französischen Volkes, die umfassende Verfassungsreformen forderte.

1953 erlitt die RPF eine Niederlage bei der Wahl. De Gaulle löste die Partei daraufhin auf.

1954-1959 veröffentlichte De Gaulle seine ersten Memoiren.

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1958 wurde De Gaulle zum Präsidenten der französischen V. Republik gewählt. Seiner Meinung nach gehörte Algerien zu Frankreich, während die anderen Kolonien das Recht auf ihre Eigenständigkeit haben sollten. Vor die Wahl gestellt, entschieden sich – außer Guinea -alle Kolonien für die Unabhängigkeit von Frankreich.

Am 28. September wurde die von de Gaulle vorgeschlagene Verfassung der V. Republik angenommen, mit der die Rechte des Staatspräsidenten ausgebaut wurden. Gleichzeitig beschränkte die neue Verfassung die Möglichkeiten des Parlaments.

Im September traf er sich auch mit dem deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer auf seinem Landsitz, um die militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zu sprechen.

Charles de Gaulle im Jahr 1963
Charles de Gaulle im Jahr 1963.
1960 erkannte de Gaulle das erste Mal die angestrebte Unabhängigkeit Algerien an. Er bemühte sich nach den Aufständen um eine friedliche Beilegung des Konflikts.

Zudem trat de Gaulle für den Aufbau der französischen Atommacht ein. Er lehnte die Vormachtstellung der USA und der Sowjetunion ab.

1961 entschieden sich 75 % der französischen Wähler per Volksentscheid für ein freies Algerien.

1962 beendete das Abkommen von Evian den Algerienkrieg.

Vom 2 bis 8 Juli besuchte Bundeskanzler Konrad Adenauer de Gaulle. Die deutsch-französische Freundschaft wurde begründet.

Am 28. Oktober stimmten 61 % der französischen Wähler für die direkte Wahl des französischen Staatspräsidenten durch das Volk.

1963 verhinderte de Gaulle bei den Brüsseler Verhandlungen am 14. Januar den Eintritt Großbritanniens in die EWG.

Der 22. Januar brachte den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag im Élysée-Palast. De Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer kamen sich näher.

1965 erfolgte die Wiederwahl de Gaulles zum französischen Staatspräsidenten. Er gewann gegen Mitterrand im zweiten Wahlgang.

1966 forderte de Gaulle per TV von den Nato-Partner, dass diese ihre militärischen Einrichtungen in Frankreich nach der Beendigung des Nato-Vertrages im April 1966 unter sein Kommando stellen sollten. Da diese dazu nicht bereit waren, verlegte die Nato ihre Stützpunkte aus Frankreich nach Brüssel.

1967 bereiste de Gaulle Polen. Er sprach sich für die Oder-Neiße-Linie als Grenze aus.

1968 kam es zu Demonstrationen der Studenten gegen die Regierung de Gaulles.

1969 trat de Gaulle im April von seinem Amt als Staatspräsident zurück. Grund war ein Volksbescheid, der mit 47.5 % abgelehnt wird. Die damit verbundene Vertrauensfrage ließ ihm keine Wahl.

1970 erschienen weitere Memoiren de Gaulles.

Auf seinem Landsitz in Colombey-les-deux-Eglises verstarb de Gaulles am 9. November. Am 12. November erfolgte in Paris nur ein offizieller Trauergottesdienst, da de Gaulle ein Staatsbegräbnis abgelehnt hatte.

Letzte Aktualisierung am 7.11.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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