Das Blaue vom Himmel

Der Film „Das Blaue vom Himmel“ ist eine Mutter-Tochter-Geschichte und stammt aus der Feder von Hans Steinbichler. Zwei Frauen wandern auf den Wegen der Vergangenheit, nach Lettland. Beide hatten jahrelang nicht den Zugang zueinander. Der deutsche Spielfilm entstand im Jahre 2011 und spielt zwanzig Jahre zurück. Ende Mai erschien das Melodrama erstmals in der Lichtburg in Essen. Paar Tage später kam er in die deutschen Kinos.

Das Blaue vom Himmel
  • Neue Film Produktion (19.09.2016)
  • Prime Video, Freigegeben ab 12 Jahren
  • Laufzeit: 101 Minuten
  • Deutsch

Der Produzent Uli Aselmann erhielt 2010 den Bayrischen Filmpreis für seine Arbeit. Zwei unterschiedliche Zeiten, zwei Generationen: Das Werk befasst sich ganz klassisch mit Irrungen über die Geschichte, Verwirrungen der Gefühle und Verdrängung einschneidender Erlebnisse.

Das Blaue vom Himmel – Besetzung / Darsteller, Drehorte und Regie

Regie im Film „Das Blaue vom Himmel“ führte der deutsche Regisseur Hans Steinbichler. Seinen ersten bekannten Film drehte Steinbichler 1996 mit „Abstieg“. Mittlerweile ist er auch bekannt für eine Neuverfilmung der Lebensgeschichte von Anne Frank. Für die Geschichte über das jüdische Holocaust-Opfer erhielt er den Metropolis-Preis. Doch in „Das Blaue vom Himmel“ schrieb nicht er das Drehbuch, sondern Josephin und Robert Thayenthal.

Die bekannte deutsche Schauspielerin Hannelore Elsner spielt Marga Baumanis. Dazu gehören in den Hauptrollen noch: Juliane Köhler als Sofia Schleier, Karoline Herfurth als der jungen Marga und David Kross als junger Osvald Kalnins. Vier weitere Nebenrollen werden besetzt von Niklas Kohrt (Juris Baumanis), Rüdiger Vogler (Osvald Kalnins), Dace Eversa (Ieva) und Juta Vanaga (die junge Ieva).

Die Musik stammt von Niki Reiser, dem Schweizer Musiker und Filmmusik-Komponist. Zwei weitere Frauen verhalfen dem Film, zu dem was er ist: Bella Halben in der Kameraführung und Mona Bräuer im Schnitt.

Zusammenfassung & Inhalt vom Film Das Blaue vom Himmel

Sofia lebt mit ihrem Mann in Berlin. Ihre Mutter Marga befindet sich in einem Seniorenheim in Bonn. Während ihrer Arbeit erreicht Sofia die Nachricht, dass ihre Mutter in das ehemalige Haus der Familie eingedrungen ist und eine kleine Verwüstung angerichtet hat. Daraufhin ist Marga nun in Wuppertal in der Psychiatrie. Sofia unterbricht ihre Arbeit und fährt umgehend nach Wuppertal.

Die demenzkranke Frau erkennt noch nicht einmal mehr ihre Tochter. Sie liegt fixiert im Bett und weiß nur noch alte Geschichten und fällt in die Rolle des Kindes zurück. Wünsche nach Zärtlichkeiten, wie bei kleinen Kindern, tauchen auf. Auf eigenen Wunsch nimmt Sofia ihre Mutter mit und fährt zu dem Elternhaus. Bei dem Besuch, bekommt Sofia Bilder überreicht, die auf dem Dachboden lagen. Es sind Aktfotos einer jungen Frau und einem jungen Mann. Sie vermutet, dass es Bilder ihrer Eltern sind. Bei der Konfrontation rastet Marga erneut aus. Es wird deutlich, dass die Mutter Ängste und Sehnsüchte offenbaren möchte, aber dazu nicht in der Lage ist. Sofia ist vollkommen überfordert mit der Situation. Lange Zeit hatte sie keinen Kontakt zu der Mutter und jetzt soll sie sich um sie kümmern?

Letztendlich nimmt Sofia Marga mit nach Berlin. In ihrer Tasche entdeckt sie Fotos aus den Jahren in Lettland. Mama hatte lange behauptet, es gäbe keine Fotos von der Zeit. Als die Mutter diese sieht, zerreißt sie die Bilder. Kurz entschlossen nimmt Sofia ihre Mutter und fährt mit ihr nach Riga. Es ist der Ort, an dem Marga aufgewachsen ist und ihren späteren Ehemann kennengelernt hat.

Als Erstes besuchen die beiden Osvalds. Ein Pärchen, die zusammen mit dem Vater ein Fotoatelier betrieben. Sofort erkennt Marga die beiden wieder. Dort erfährt Sofia nach und nach die ganze Wahrheit. Juris war mit ihrer Mutter verheiratet, aber in Ieva verliebt. Sie ist die Frau auf den Aktfotos. Die Fotos tauchten erst viel später auf, als Marga vor den russischen Truppen fliehen musste. Da kam die Liebschaft ans Tageslicht. Dieser Liebe zufolge floh keiner nach Deutschland. Juris lebte von da an bei der anderen Frau und Mutter Marga bei den Osvalds. Sie war zutiefst verletzt und schmiedete Rachepläne.

Heimlich verteilte sie politische Flugblätter in Ievas Wohnung und Arbeitsstelle und schwärzte sie bei der russischen Besatzungstruppe an. Die Folge: Ieva und ihre Mutter wurden nach Sibirien deportiert. Marga freute sich und wollte die Abfahrt beobachten. Aus Angst vor den Russen legte sie sich vor der Abfahrt unter den Zug und hörte die Angstschreie der Insassen. Juris kam mit Tochter Sofia zurück zu Marga. Das Kind stammt aber von Ieva. Deswegen konnte Marga nie mütterliche Gefühle entwickeln und hasste es regelrecht.

Eines Morgens entdecken Osvalds und Sofia Marga unter einem Lkw, leicht bekleidet, wie damals bei dem Deportationszug. Aus der Situation heraus macht sich Sofia auf die Suche nach Ieva und findet sie. Nach zwölf Jahren Deportation kam sie zurück nach Riga. Die heutige Person ist von der Zeit absolut gebrandmarkt. Sofia lässt die beiden Frauen aufeinandertreffen. Völlig verwirrt, weil Marga die ganze Zeit vermutete, das Ieva tot ist, verschlechtert sich der gesundheitliche Zustand immer mehr. Die Unruhen in Riga verhindern eine ärztliche Betreuung. Auf dem Sterbebett besucht Ieva Marga noch einmal. Dabei teilt ihr die verwirrte Frau mit, dass Juris nur sie geliebt hat. Diese Gefühle kann sie nicht verarbeiten und verlässt wortlos den Raum.

Sekunden später ist sie tot. Sofia folgt ihrer Mutter und zeigt ihr ein Bild von ihrem Sohn. Denn Ieva ist die wirkliche Großmutter. In der letzten Szene schauen beide lächelnd aufs weite Meer hinaus.

Fazit & Kritiken zum Film Das Blaue vom Himmel

Steinbichler hat ein Faible für Bert Hellinger. Der bayrische Urvater psychologischer Herangehensweisen dieser Art. Warum Sofia kein Verhältnis zu Mutter hat? Und warum die beiden sich nie näher kommen konnten? Diese Fragen lösen sich erst spät, fast nebenbei, auf. Der rote Faden, der sich durch das Drama zieht, sind die Sprengkräfte in der Familie. Steinbichler hat es der Hauptdarstellerin Hannelore Elsner nicht einfach gemacht. Sprüche und Lebensweisheiten, fest verankert im Drehbuch, mussten auf der Leinwand immer wieder durchschimmern. Widerstände wie Schwäche und Stärke sollen harmonieren.

Die junge Marga ist gefangen. Sie liebt Juris, der aber eigentlich einer anderen großen Liebe sein Herz geschenkt hat. Karoline Herfurth setzt einiges an Können daran, um die Freude über die Traumhochzeit und die erste Unbekümmertheit zu zeigen, die jäh zerstört wird, in der junge Marga herüberzubringen. Ieva spricht fast gar nicht im Film, kann trotzdem einen starken Eindruck durch schauspielerische Fähigkeit hinterlassen.

„Das Blaue vom Himmel“ ist sehr melodramatisch inszeniert, aber mit begeisternden Stimmungsbildern. Das Drama ist ein Gefühlskino, wo sich überzogene Momente mit einfühlsamen Szenen abwechseln.

Letzte Aktualisierung am 14.07.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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