Der Kältebus zeigt Nächstenliebe für Obdachlose

Winterlandschaft mit Bahn
Regionales

In Deutschland gibt es jedes Jahr höhere Zahlen an Obdachlosen. Besonders an den sehr kalten Tagen kann es schnell passieren, dass die obdachlosen Menschen in der Kälte erfrieren oder sie dringend medizinische Hilfe benötigen. Für die Fälle gibt es den sogenannten Kältebus. Dieser wird in Frankfurt von Elfi Ilgmann-Weiß und Johannes Heuser betrieben. Die beiden Helfer machen sich an kalten Nächten auf den Weg, um Obdachlosen eine warme Mahlzeit und ein paar Decken bringen zu können. Der Hilfe dieses Teams ist es zu verdanken, dass viele obdachlose Menschen auch an sehr kalten Tagen eine warme Mahlzeit und etwas Nächstenliebe genießen können. Der Bus selbst gehört zu dem Verein für soziale Heimstätten und er ist bereits seit 1987 in Frankfurt unterwegs, um den Menschen zu helfen, die es am nötigsten haben.

Das Team vom Kältebus geht auf die Menschen ein

Das Team vom Kältebus weiß ganz genau, wie sie die Obdachlosen ansprechen müssen. Es kann schnell passieren, dass diese zunächst eine sehr distanzierte Haltung einnehmen und keine Hilfe von den Helfern annehmen wollen. In der Regel bleibt das Team jedoch auch bei hartnäckigen Fällen am Ball, denn sie wissen, dass viele Obdachlose sich eigentlich die Hilfe wünschen, aber schon viel zu oft in ihrem Leben enttäuscht worden sind. Generell fährt der Kältebus in der Nacht umher und hält an den bekannten Stationen, wie sie sehr viele Obdachlose aufhalten. Die beiden Sozialarbeiter sprechen dabei die Menschen zunächst vorsichtig an. Häufig kommt es vor, dass auch Männer und Frauen aus dem Ausland auf der Straße leben. In diesen Fällen verständigen sich die Sozialarbeiter zunächst auf Deutsch mit den Menschen. Sollten diese nichts verstehen, dann kann weitere Hilfe dazu geholt werden.

Bereits seit 25 Jahren dabei

Die Streetworker haben schon viele schlimme Fälle gesehen. Manchmal sind die Obdachlosen schon so durchgefroren, dass sie kurz vor dem Erfrieren stehen. In solchen Fällen greifen die Sozialarbeiter selbstverständlich zum Telefon und verständigen die Polizei. Diesen Schritt gehen sie jedoch wirklich nur in Notfällen, denn sie wissen, wie scheu einige Obdachlose sind. Am schwierigsten an ihrem Beruf ist es, dass sie das Vertrauen der obdachlosen Menschen zunächst gewinnen müssen. Nur auf diese Weise können sie ihnen gezielt helfen. In der Nacht kann es manchmal bis zu -23 Grad Celsius kalt werden. Bei solchen Temperaturen halten die beiden Streetworker immer etwas warmen Tee und einen Schlafsack bereit. Beides überreichen sie den Obdachlosen, damit diese die Nacht gut überstehen können. In ihrem Bus nehmen sie manchmal auch obdachlose Menschen mit und bringen diese in ein Heim, wo sie die Nacht überschlafen können.

Am Mainufer geht es zu den bedürftigen Menschen

Die Streetworker haben eine festgelegte Tour, wobei sie auch manchmal zu anderen Stellen hinfahren. Bis zu 200 Obdachlose treffen sich häufig in der Gegend des Mainufers. Besonders viele Obdachlose stammen mittlerweile aus Südeuropa. Dies hat den großen Nachteil, dass es häufig sprachliche Verständnisschwierigkeiten gibt, wenn die Streetworker den Menschen helfen wollen. Viele von ihnen sind nach Deutschland gekommen, da sie dort etwas Geld erbetteln wollen, um dieses dann nach Hause zu ihnen Verwandten schicken zu können. Gerade in Süd- und Osteuropa gibt es viele Menschen, die in Armut leben. Um die Weihnachtszeit herum kommen ebenfalls viele Obdachlose aus unterschiedlichen Ländern nach Deutschland, um etwas Geld verdienen zu können.

Obdachlose leiden unter schlechten Bedingungen

Die Obdachlosen haben gleich mehrere Probleme, wenn sie nach Deutschland kommen. Zunächst besitzen sie kein Dach über dem Kopf und müssen somit in der Nacht auf dem Boden schlafen. Viele von ihnen sind mittlerweile abgehärtet, aber ein Großteil ist oft krank. Hinzu kommt, dass sie seelische beziehungsweise psychische Probleme aufweisen. Viele von ihnen sind in Armut aufgewachsen und besitzen nun Familien, denen sie gerne helfen möchten. Teilweise stehen sie den ganzen Tag über in der Stadt und fragen nach Geld. Einige von ihnen besitzen auch sehr schwere psychische Störungen und fantasieren oder hören Stimmen, die es eigentlich gar nicht gibt. Auch herrscht unter den Obdachlosen ein sehr großes Misstrauen. Sie versammeln sich zwar öfters gemeinsam an Orten, aber sie haben dennoch Angst, dass sie jemand vergiften könnte oder ein anderer Obdachloser ihnen etwas klaut. Beim Kältebus können sie sich jedoch sicher sein, dass sie wirkliche Hilfe bekommen. Viele der Obdachlosen nutzen diese Hilfe und holen sich an einem kalten Abend im Winter eine leckere Tasse Tee und einen Schlafsack, damit sie die Nacht auch gut überstehen können.

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