Die Blutritter

Die Blutritter“ ist ein Dokumentarfilm voll von heiligen Bräuchen und Lokalkolorit. Die Entstehung dieser Dokumentation geht in das Jahr 2003 zurück. Jedoch erst am 30. September 2004 konnten Zuschauer den Film auf der deutschen Kinoleinwand bewundern. Die Premiere erfolgte einen Monat früher auf dem 57. Internationales Filmfestival in Locarno.

Die Blutritter
  • Ulli Pfau, Steffen Graubaum, Walter Greifenstein (Schauspieler)
  • Douglas Wolfsperger (Regisseur)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 6 Jahren

Alle Jahre wieder, am sogenannten Blutfreitag – der Freitag nach Christi Himmelfahrt – können viele Menschen die größte Reiterprozession der Welt bewundern. Dieses Ergebnis findet im oberschwäbischen Weingarten statt. Im Mittelpunkt der Zeremonie steht die Verehrung einer Reliquie. Gemäß den Sagen birgt diese Reliquie einen echten Blutstropfen von Jesus Christus.

Die Blutritter – Besetzung / Darsteller, Drehorte und Regie

Regisseur Douglas Wolfsperger nahm, für seinen Dokumentarfilm, an dem eindrucksvollen Spektakel teil. Auf der Leinwand werden dem Zuschauer eine Menge fremder Wallfahrer nähergebracht. Über eine Länge von 90 Minuten gelingt ihm mit „Die Blutritter“ ein berührender Film über Gott und den Glauben, Leid und Liebe, Teufel und Tod. Mit dem Ergebnis wurde eine Altersfreigabe ab dem 6. Lebensjahr erreicht. Der Regisseur selbst war auch für das Drehbuch verantwortlich.

Ulli Pfau übernahm die Produktion der Dokumentation. Für dieses religiöse Ereignis sorgten Hans-Jürgen Buchner als Haindling für die musikalische Begleitung der Szenen, welche zuvor von Götz Schuberth geschnitten wurden.

Igor Luther, dem Kameramann, kommen die religiösen Menschen ganz authentisch vor die Kamera. In der Besetzung fallen die Namen: Georg Baumeister, Nikolaus Dorner, Josef Bendel, Jürgen Hohl, Udo Harms, Stefan Müller, Othfried Linde, Alois Weber und Franziska Schüle. Immer wieder, bis zum Januar 2005 flanierte „Die Blutritter“ auf unterschiedlichen Festivals.

Zusammenfassung & Inhalt vom Film „Die Blutritter“

Die Filmdokumentation „Die Blutritter“ zeigt und begleitet Beobachter und Protagonisten des Blutritts im oberschwäbischen Weingarten. Sie sehen ein Mikrokosmos zwischen dem finstereren Mittelalter und der brandaktuellen Gegenwart. Es handelt sich um die größte Reiterprozession Europas. Mit von der Partie sind bis zu 3.000 Teilnehmer als Reiter und zusätzlich 30.000 Pilgere. Allerdings dürfen keine Frauen hoch zu Ross teilnehmen. Jedes Jahr, kurz nach Ostern, reisen Katholiken aus ganz Oberschwaben an, um aktiv einen Anteil an der Prozession zu haben.

Der Grund liegt in der Vergangenheit: Die „Blutritter“ verehren einen religiösen Gegenstand, welcher einen Blutstropfen von Jesus Christus enthalten soll. Erstaunlicherweise hat sich dieser Tropfen in einer Glasphiole erstaunlich gut gehalten. Gemäß einer frühchristlichen Legende fing ein römischer Legionär das Blut des sterbenden Jesus Christus am Pfahl auf. Sehr beeindruckt wechselt der Soldat später die Seiten und wird dann zum Bischof von Mantua.

Zu Ehren des Heiligen Longinus findet diese Veranstaltung statt. Dazu folgt ein weiterer Brauch. Es wird Jesus sein Fleisch gegessen. Diese Handlung erfolgt noch heute, rund 2000 Jahre nach dem Tod von Jesus. An diesem Freitag nach Karfreitag reiten alle Menschen, die ein Pferd haben, ums Dorf, beten und singen an verschiedenen Stationen. Im Anschluss gehen alle Anwesenden in die katholische Kirche und beten und singen noch inbrünstiger.

In dem rund eineinhalbstündigen Film wird unter anderem ein Landmetzger und seine Familie, ein praktizierender Indianerfreund aus Waldburg, ein Imker-Paar, der Museumsgründer Jürgen Hohl und Brauchtumsforscher, der Abt des Klosters Weingarten und ein Klosterbruder vor die Kamera geholt. In dem religiösen Denken taucht die Realität auf, denn der Weingärtner darf nicht mitreiten, da erst vor Kurzem sein Pferd starb. Bei der Erzählung kommt die Trauer um die treue Ronja klar hervor.

Der Regisseur Wolfsperger entwirft ein facettenreiches Gesellschaftsbild, sogar mit ironischen Einschüben, über die Folklore und Volksfrömmigkeit hinaus. Mit seiner Darstellung dringt er sogar zu existenziellen Fragen über Partnerschaft, Glauben und Tod vor.

Nach und nach wird die Heilig-Blut-Reliquie mit der grausigen Realität verknüpft. Vor laufender Kamera erzählen einige Menschen von dem wertvollen, aufbewahrten Blut Christi. Für Gläubige hat das Opfer einen hohen Stellenwert, da es die Menschen aus der Sünde loskauft. Kurz danach wird eine grausame Schlachtung eingeblendet, wobei das Blut als Symbol des Schutzes gesehen wird. So kann sich die Vergebung mit der Grausamkeit und dem Leiden vereinen.

Wolfsperger lässt die Beteiligten gekonnt erzählen. Teilweise sind es Ansichten, die nicht politisch korrekt sind. Aber alles bleibt sachlich, ganz nach dem Style einer Dokumentation, und unkommentiert. Trotzdem ist der Film von allen erdenklichen Formen der Situationskomik geschmückt.

Fazit & Kritiken zum Film „Die Blutritter“

Regisseur Douglas Wolfsperger kann den Zuschauer mit einem Hauch von Western-Romantik faszinieren. Dabei mystifiziert Wolfsperger Brauchtum und Tradition mit den Mitteln des Spielfilms. Das Ganze wirkt grotesk und unterhaltsam. Am Ende steht ein gelungenes Porträt eines bemerkenswerten Menschenschlags vor dem Zuschauer.

Die Blutritter“ ist sehr homogen und lebendig geworden, wie sonst nur ein Spielfilm wirken kann. Kameramann Igor Luther fotografiert wunderschön die Szenen. Am Ende untermalt Haindling alias Hans-Jürgen Buchner die Bilder, um auf den Zuschauer zu wirken. Mit der Herstellung erfüllte sich der Regisseur einen Kindertraum. Bereits während der Zeit als Internatsschüler des Weingartener Benediktinerklosters kamen diese Träume auf. Über die gesamte Länge wird der Zuschauer eingeladen, eine Landschaft und die anwesenden Menschen zu entdecken. Dabei könnten die Beteiligten nicht faszinierender oder bizarrer sein. Es ist interessant, dass dieses Treiben fast bei einem Jeden vor der Haustür stattfindet. Entdecken Sie einen Dokumentarfilm zum Lachen, Staunen und Nachdenken.

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