Mit Mira und Cassy zu mehr Selbstsicherheit im Umgang mit Hunden

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Jeder zweite Deutsche verspürt Angst in der Nähe von Hunden. Oft setzt das unwohle Gefühl schon bei dem Sichten eines Hundes ein und beginnt spätestens, wenn der Hund den Menschen beschnuppert. Das Schnuppern hat zwar die Funktion einer Art von Kennlerngespräch, doch für Unerfahrene wird an dieser Stelle Gefahr vermutet. Der rare, gezielte Umgang mit Tieren ist die Quelle allen Übels. Doch woher soll man die hilfreichen Erfahrungen nehmen?

Für die Kinder des katholischen Kindergartens St. Hildegard, der zu dem Pfarramt Bingen-Bündesheim St. Aureus und Justina gehört, wurde eine Möglichkeit geschaffen zur Begegnung von Kindern und Hunden. Der Verein Hundetherapie Lebensfreude besuchte dafür die Kindertagesstätte mit der Labradorhündin Cassy und dem Sheltie Mira. Mit ihnen sollen die Kinder des Kindergartens einen ersten fachkundig begleiteten Eindruck vom Umgang mit den Hunden erlangen und im Nachhinein auch Fähigkeiten im Verhalten gegenüber Tieren erlernen.

Das Programm, welches aus 10 Einheitenbesteht, und die Hündinnen wurden an erster Stelle den Eltern vorgestellt. Schließlich wollen sie ihre Kinder in sicheren Händen und Pfoten wissen. Nachdem abschließend auch die Kinder in das Projekt einwilligten, konnten die ersten Begegnungen unter Betreuung der Vereinsmitarbeiter Hundetherapie Lebensfreude starten.

Der Besuch im Kindergarten

Auch wenn das erste Treffen der Hündinnen mit den Kindern neu und aufregend war, finden Kinder im Allgemeinen schnell Gefallen an der Situation und haben ersichtlich Spaß an der neuen Erfahrung. Eingeteilt wurden die Kinder in zwei Gruppen und zwei Räume, in denen verschiedene Schwerpunkte gesetzt wurden. Nach einer kurzen Phase des Kennenlernens begann die eine Gruppe mit der Labradorhündin Cassy mit der Erklärung von Fehlerquellen im Umgang mit Hunden. Zum einen ist es das Wegrennen vor Hunden in Situationen, in denen man Angst vor ihnen verspürt. Zum anderen aber auch das spontane und urplötzliche Reißen der Arme in die Luft oder einem unbedachten Geschrei, was dem Hund ein Gefühl von Gefahr gegenüber falsch signalisiert werden könnte. Im Verlaufe der Zeit wurden den Kindern also von den Betreuenden Vereinsmitgliedern gewisse Verhaltensregeln mit auf den Weg gegeben, die sie dann bei jeglichen Begegnungen im Alltag mit Hunden anwenden können und es können vermeidbare gefährliche Situationen aufgrund von falsch verstandener Kommunikation zwischen Mensch und Hund verhindert werden.

Mit Mira wurden Kommandos und Tricks gezeigt, sowie mit den Kindern geübt. Darunter waren ganz klassisch das Männchen, das Reichen der Pfote und das Rollen auf dem Rücken. Wer einem Hund Befehle erteilen kann und dies auch tut, zeigt ihm ein gewisses Selbstbewusstsein, was einen respektvollen Umgang zwischen Hund und Kind darstellt. Selbstsicherheit ist hierbei ein Ziel, welches die Kinder in diesem Projekt erreichen sollen, denn oft ist es auch Scheu, die Angst bei den Kleinen mit nach sich zieht. Andererseits erlernen sie dort Fähigkeiten, die sie auch im Leben weiterbringen und von Nutzen sein können. Es ist aber auch ein Projekt, von dem sie für das Leben lernen. Nicht nur der Umgang mit Hunden wird ihnen nähergebracht, vielmehr ist es allgemein der respektvolle und anmaßende Kontakt zu Tieren, der den Kindern vermittelt wird.

Der Umgang ist wichtig

Dieses Projekt ist jedoch wichtig und hilfreich für Kinder, denn wer nie tiefreichenden Umgang mit Tieren hat, weiß auch nicht, wie man sich ihnen gegenüber verhält. Oft werden schon im Kindesalter schlechte Erfahrungen mit Tieren gesammelt. Diese nehmen die Kinder dann nicht selten mit und so ist Voreingenommenheit bei der nächsten Begegnung vorprogrammiert. Wer schon mit Angst in eine Situation hineingeht, unterliegt einer hohen Wahrscheinlichkeit Fehler zu machen, die dann wiederum zu schlechten Begegnungen führen. So sammelt sich ein Haufen von Furcht an und dies kann sich im schlimmsten Fall zu einer Canophobie entwickeln, also zu einer richtigen Phobie vor Hunden.

Um dem entgegenzuwirken möchte der Verein Hundetherapie Lebensfreude dieses Projekt auf weitere Schulen und Kindergarten ausweiten, um auch anderen Kindern diese Möglichkeit zu eröffnen. Investoren finden sich gerne, denn oft sind es Eltern, die auch in Fördervereinen von Einrichtungen für Kindern sind und selbst Angst vor Hunden haben, die das Programm mit den Hunden finanziell unterstützen und ihren Kindern diese Chance bieten wollen, so wie der Förderverein der katholischen Kindertagesstätte.

Damit es während der Begegnungen nicht zu gefährlichen Ausnahmesituationen zwischen Kind und Hund kommt, werden ausgebildete Hunde mit in den Kindergarten genommen, die über viel Geduld und Ruhe verfügen. Dafür bekommen sie schließlich ein Leckerli, was das ruhige Verhalten der Hunde belohnt. Das ist auch sehr wichtig, sollte jedoch in jedem Fall nicht übertreiben werden. Genauso sollten mündliche Belohnungen und ein Lob nicht vergessen werden.

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