Resisté – Aufstand der Praktikanten

Der Film „Resisté – Aufstand der Praktikanten“ erzählt die Geschichte der drei Praktikanten Till, Tamara und Totto, die ihr Berufsleben fristen ohne Aussicht auf die erhoffte Karriere. Als Yuppie Till erfährt, dass trotz harter Arbeit und Engagement immer noch kein fester Job in Aussicht steht, gründen die drei unter seiner Führung kurzerhand eine eigene Firma. Diese soll mit der einen oder anderen dubiosen Methode zu mehr Ansehen der Praktikanten sorgen.

Résiste - Aufstand der Praktikanten
  • Katharina Wackernagel, Hannes Wegener, Christof Wackernagel (Schauspieler)
  • Jonas Grosch (Regisseur)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 6 Jahren

Was zunächst als erfolgreiches Geschäftsmodell mit hoher Nachfrage beginnt, wird bald zu einer Herausforderung ungeahnten Ausmaßes. Und dann taucht auch noch Tills alte Liebe, die revolutionäre Sydelia auf und möchte einen bundesweiten Aufstand der Praktikanten organisieren. Till muss sich entscheiden: in die Fußstapfen seiner politischen Eltern treten oder weiter auf die ferne Karriere hoffen?

Resisté – Besetzung / Darsteller, Drehorte und Regie

Für Jungregisseur Jonas Grosch (bestefreunde, Wenn Fiegen träumen), von dem auch das Drehbuch stammt, wurde der Film „Resisté“ so etwas wie ein Familienprojekt. Die rebellische Sydelia wird von seiner Schwester, Johanna Wackernagel gespielt (Der Baader-Meinhof-Komplex, Polizeiruf 110), die Rolle des Helmut übernimmt Christof Wackernagel, Onkel von Katharina und Jonas (Der bewegte Mann, Der Eisbär). Die Rolle des Tills spielt Hannes Wegener (Grand Budapest Hotel, Der Baader-Meinhof-Komplex), Steffen C. Jürgens (Polizeiruf 110) als Langzeitpraktikant Totto, Fanny Staffa (Barfuss, Storno) als Tamara, sowie Weitere.

Zuständig für den Soundtrack in „Aufstand der Praktikanten“ war Dirk Leupolz (Hindenburg, u.A.), außerdem werden Bands wie Black Cat Zoom, Lisa Miller und die Telefunker oder The Busters gespielt (Letztere erhalten dabei gelegentlich musikalische Unterstützung von Katharina Wackernagel).

Zusammenfassung & Inhalt vom Film „Resisté – Aufstand der Praktikanten“

Das Leben als Praktikant ist oft undankbar, nur gelegentlich mit Zukunftsaussicht und immer schlecht bezahlt. Trotz jahrelangem Studium, Auslandsaufenthalten und zahlreichen „Leistungsnachweisen“ befindet sich der etwas opportunistisch gesinnte Till nach wie vor in jener prekären Arbeitssituation. Als er erfährt, dass ihm nach all den Überstunden, dem Kaffee kochen & Co. immer noch keine Festanstellung in Aussicht steht, hat er genug.

Mit Hilfe der ebenso frustrierten Tamara, sowie dem Langzeitpraktikanten Totto gründet er eine Firma, welche Praktikanten aus ganz Deutschland durch etwas dubiose Art und Weise zu der längst fällig gewordenen Anerkennung in der Arbeitswelt verhelfen soll. Widererwarten der drei ist die Nachfrage so hoch, dass alles zunächst nach einem neuen Erfolgsmodell und somit: nach Prestige und Profit, aussieht.

Doch je bekannter das Geschäftsmodell wird, desto mehr Interesse zeigt auch die „andere Seite“: Als der neoliberale Magnum auftaucht und Tills Firma abkaufen möchte, kommt es zu Konflikten mit Toto und Tamara, die von Tills Verkaufsplänen alles andere als angetan sind.

Die Situation wird aber noch komplizierter: Tills alte Liebe, die Halbfranzösin und überzeugte Linksaktivistin Sydelia, mischt sich in das Geschehen ein und möchte einen bundesweiten Streik der Praktikanten organisieren. Doch Till hat seine ganz eigenen Ansichten zum Thema Rebellion, Demonstrationen und Aufstand: Mit seinen linkspolitischen Eltern verbrachte er seine Kindheit zum großen Teil auf Demonstrationen, was eher den gegenteiligen Effekt auf seine Ideale ausübte. Nach wie vor, so steht er dem ganzen als überzeugter Yuppie „eher kritisch“ gegenüber.

Ganz gemäß dem Motto „Umsatz statt Umsturz“ also. Als die Situation zunehmend ausartet und Magnum vor nichts zurückschreckt, um von der Geschäftsidee der Drei zu profitieren, muss Till erkennen, dass es mehr im Leben gibt als nur Profit. Denn auch privat kommen sich Sydelia und er näher, und der revolutionäre Kampfgeist der resoluten Kämpferin wirkt langsam ansteckend.

Davor muss jedoch noch mit den eigenen Eltern „Frieden geschlossen“ werden. Diese unterstützen Till bei seiner zunehmenden Rebellion – und somit kommt sich auch die Familie wieder etwas näher. Nun gilt es, die Pläne in die Praxis umzusetzen. Doch leichter gesagt als getan! Chaos ist vorprogrammiert. Wird Till am Ende gar Teil der Protestbewegung oder findet er eine Möglichkeit, die neuen Werte mit seinem Wunsch nach Karriere und Sicherheit zu verbinden?

Fazit & Kritiken zum Film „Aufstand der Praktikanten“

Der Film „Resisté – Aufstand der Praktikanten“ prämierte 2009 auf dem Filmfest Hamburg und wurde 2010 mit dem Studio Hamburg Nachwuchsförderpreis unter der Rubrik „Bestes Drehbuch“ ausgezeichnet. Trotz der komödiantischen Darstellung eines eher ernsten Themas (nicht umsonst spricht man von der „Generation Praktikum“) erhielt der Film überwiegend gute Kritiken.

Einen Pluspunkt stellen die oft surrealen, skurrilen Situationen und Dialoge dar – metaphorisch für ein System, dass oftmals bewusst von den Zukunftsängsten, von prekären Arbeitsverhältnissen, der Konkurrenz untereinander und dem Leistungsdruck der „Generation Praktikum“ profitiert, und gleichzeitig absurde Anforderungen an die Betroffenen stellt.

Es wird schnell deutlich, dass Regisseur Grosch hier auch auf die eigenen Erfahrungen zurückgreift. Sicher ist: Jeder, der schon einmal als Praktikant beschäftigt war, findet hier die eine oder andere familiäre Situation wieder. Das Ergebnis von „Aufstand der Praktikanten“ wurde jedoch keine ernste Sozialdokumentation, sondern eine rund 90-minütige Komödie. Vielleicht auch das geeignetste Genre, mit dem sich die ganze Absurdität der modernen Arbeitswelt am besten darstellen lässt.

Letzte Aktualisierung am 24.06.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API