Tödlicher Unfall auf Bundesstraße 410 – zwei Testfahrer kollidieren

Feuerwehrmann vor einem Polizeiauto
Auto

Eigentlich ist in Deutschland das geltende Recht auf allen Straßen gleich. Also auch auf den Straßen in der Eifel um den Nürburgring herum. Ein tödlicher Unfall auf einer dieser Straßen lässt jedoch Zweifel daran aufkommen, ob das wirklich so ist. Der tragische Crash zwischen zwei Testfahrer-Teams kostete bereits ein Menschenleben und es ist leider gut möglich, dass sich dort in Zukunft weitere Unfälle ereignen, in die Testfahrer mit ihren Wagen involviert sind.

Ein frontaler Zusammenstoß kostete einem Testingenieur von Toyota das Leben. Das Opfer Hiromu Naruse wurde 67 Jahre alt. Er verunglückte in einem Lexus-Prototypen im Wert von zirka anderthalb Millionen Euro. Ihm kam ein BMW-Serienfahrzeug entgegen, in dem sich ein 33- und ein 34-Jähriger befanden. Auch sie waren Testfahrer, worauf die Helme, die sie trugen und die Menge an Elektronik im Fahrzeug hindeuten. Die beiden schwerverletzten Insassen absolvierten eine Reifen-Testfahrt. Die genauen Umstände des Unfalls sind noch ungeklärt. Der 67-Jährige Japaner galt als erfahrener Testfahrer, der großen Wert auf Sicherheit beim Fahren legte. Er kannte die Strecke Aussagen zufolge in- und auswendig. Während er eine lange Linkskurve durchfahren wollte, gelangte der Fahrer aus nicht bekannten Gründen auf die Gegenfahrbahn und stieß dort mit dem BMW M1 zusammen.

Der Feuerwehr und den Sanitätern gelang es nur unter großer Mühe, die beiden Verletzten aus dem BMW zu bergen und per Hubschrauber ins nächste Krankenhaus zu transportieren. Anschließend blieb die Straße mehrere Stunden gesperrt, bis die Feuerwehr die Straße von allen Fahrzeugteilen befreit hatte. Der verunglückte Lexus ist ein Modell des Namens „LFA“, das fast 400.000 Euro kostet und dessen Entwicklung zehn Jahre lang andauerte. Fahrer verglichen das Gefühl beim Fahren mit der Steuerung eines Kampfjets.

Ist der tötliche Unfall kein Einzelfall?

Natürlich kommt es in der Nähe des Nürburgrings zu Verkehrsunfällen, wie sie sich auf jeder anderen Straße in Deutschland auch jederzeit ein Unfall ereignen kann. Dass allerdings beide Wagen, die in den verhängnisvollen Crash involviert waren, Testfahrzeuge waren, ist neu und sollte Fragen aufwerfen. Die Straßenverkehrsordnung gilt für jeden, ob der Fahrer einen alten Peugeot fährt oder einen luxuriösen Sportwagen, der bei Autorennen auf dem Nürburgring genutzt wird. Gilt für beide aber das gleiche Recht? Zweifel sind angebracht. Die zuständige Polizeidienststelle gab zwar an, dass Testfahrten kein besonderes Problem darstellten, dagegenspricht aber, dass „normale“ Autofahrer und Testfahrer völlig unterschiedliche Ziele verfolgen.

Tödlicher Unfall - Foto von einem Rennauto auf einer Rennstrecke

Während der gewöhnliche Fahrer nur so schnell wie möglich von A nach B gelangen möchte, muss der Testfahrer das Verhalten seines Wagens in allen möglichen Eventualitäten austesten. Ob jeder dabei das Tempolimit 100 einhielt, das auf der Landstraße gilt, auf der der beschriebene Unfall passierte? Zur Aufgaben von Testpiloten gehört es, auch einmal Schlangenlinien zu fahren oder so schnell wie möglich zu beschleunigen. Ihre verschiedenen Tests sind für andere Verkehrsteilnehmer und für Anwohner nicht gerade angenehm, da sie oft erst spät auf den Gegenverkehr reagieren. Kann man sich überhaupt noch vollständig auf das Geschehen auf der Straße konzentrieren, wenn man mit den Werten, Geräuschen und Verhaltensweisen des eigenen Autos beschäftigt ist? Wer nicht weiß, dass der entgegenkommende Fahrer Testpilot ist und daher Schlangenlinien fährt, könnte darauf kommen, ein Betrunkener säße am Steuer.

Nürburgring & Umgebung – ein Wohnzimmer für Testfahrer

Dass es um den Nürburgring herum so viele Testfahrten in Prototypen wie sonst nirgendwo in Deutschland gibt, ist kein Wunder. Die Nordschleife am Nürburgring gibt den Entwicklern der neuen Fahrzeuge die Möglichkeit, unterschiedlichste Situationen auf geringem Raum zu evaluieren. Die Belastung für die verschiedenen Autos, egal welcher Klasse, ist hier enorm. Es gibt 74 Links- und 73 Rechtskurven. Man sagt, eine Runde auf der Nordschleife zu fahren, sei so viel wie 200 Kilometer auf gewöhnlichen Straßen zurückzulegen. Das hat zur Folge, dass Passanten an manchen Tankstellen mehr Prototypen als normale Serienfahrzeuge beobachten können. Es existieren sogar Abschleppdienste, die die Prototypen unauffällig abschleppen. So profitiert auch die Wirtschaft aus der Umgebung.

Noch sind Unfälle wie das tragische Unglück zwischen den beiden Testwagen eher als Zufall zu bewerten. Das Angrenzen an die Region um Nürburgring und Nordschleife ist für die Bürger in der Eifel Fluch und Segen zugleich: Einerseits könnten manche Unternehmen wie Werkstätte ohne den Nürburgring, der das Gebiet zu einer Attraktion für Autoentwickler und Touristen macht, nur schwer überleben. Andererseits steigt das Risiko, in Unfälle oder zumindest gefährliche Situationen auf der Straße verwickelt zu werden. Dass die Entwickler nicht gerade transparent mit ihren Plänen umgehen, macht die Lage noch komplizierter.

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