35. Kongress für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik 2012 in Chemnitz

35. Kongress für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik 2012 in Chemnitz

Chemnitz war das Ziel der Teilnehmer des diesjährigen 35. Kongress für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik 2012. Dort ging es von Ende Juli bis Anfang August an das SFZ Förderzentrum in der Flemmingstraße. Der Kongress dient, wie es auch offiziell heißt, dem Austausch von Menschen mit Sehbehinderung und Blindheit sowie deren Interessenvertretung.

Man greift dabei eine Tradition auf, die es schon seit dem 19. Jahrhundert gibt und will es zur Selbstverständlichkeit machen, dass diese Menschen miteinander arbeiten und reden, sich politisch einstimmig einsetzen und so auch viel stärker am gesamtpolitischen Miteinander teilnehmen. Entsprechend sind diese Kongresse auch wichtige Bausteine, um das Thema publik zu machen, um zu diskutieren und damit Menschen zusammenkommen können. Daher gab es nicht nur Vorträge an diesen Tagen, sondern auch Workshops. Mehr zu diesem Kongress gibt es folgend zu erfahren.

Der Kongress der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik in Chemnitz

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass dieser Kongress ein voller Erfolg gewesen ist. Es war bereits der 35. Kongress der Blinden- und Sehbindertenpädagogik, die ihre Wurzeln als Disziplin bereits im 18. Jahrhundert hat. Als Austragungsort hat man sich in diesem Jahr für Chemnitz entschieden, wo es an das Förderzentrum in der Flemmingstraße ging. Dort gab es die passenden Räumlichkeiten, um die Veranstaltung durchzuführen, die für die Tage vom 30. Juli bis zum 3. August 2012 angesagt gewesen ist. Als Motto hat man sich in diesem Jahr für „Vielfalt & Qualität“ entschieden. Damit will man vor allem auch die Debatte um die Inklusion wieder aufgreifen und damit auch voranbringen.

 

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Es wurden verschiedene Ausschüsse gebildet. Unter anderem der Kongressausschuss mit Dieter Feser als 1. Vorsitzendem. Im Programmausschuss gab es vier Zuständige für die vier geplanten Symposien. Das waren Klaus Wißman und Ute Hölscher vom Landesförderzentrum Sehen, außerdem Karsten Hohler vom SFZ Förderzentrum und Gudrun Lemke-Werner vom Deutschen Taubblindenwerk. Für die Hauptreferate und Posterpräsentationen war Professor Dr. Sven Degenhardt von der Universität Hamburg zuständig.

Es gab unterschiedliche Möglichkeiten, um an diesem Kongress teilzunehmen. Wer früh genug buchte, konnte beispielsweise einen Rabatt erhalten. Man konnte für die gesamte Woche buchen oder auch nur für drei Tage oder auch einen einzelnen Tag. Neben dem Zugang zum Kongress beinhaltete eine Karte auch die Teilnahme an der Kongressparty, die am 1. August stattfand – allerdings galt das nicht für Inhaber von Tageskarten. Mit einer Karte konnte der Nahverkehr kostenlos genutzt werden. Alle Informationen zu den Preisen und der Anmeldung gab es im Vorfeld im Programmheft des Kongresses.

Programm des 35. Kongresses des DBSV

Programm des 35. Kongresses des DBSVAm Montag ging es los mit der Eröffnung. Dazu gab es den Eröffnungsvortrag „UN-Behindertenrechtskonvention – die Umsetzung im europäischen Maßstab und die Erwartungen der Europäischen Blindenunion“ von Wolfgang Angerman vom Deutschen Taubblindenwerk und der Europäischen Blindenunion. Im Anschluss begannen parallele Veranstaltungen, die man in verschiedenen Räumen besuchen konnte. Dazu gehörte auch der Vortrag „Die inklusive Schule. Begründung – Konzept – Programmatik“ von Professor Dr. Hans Wocken aus Hamburg.

Auch gab es Vorträge auf Englisch wie „Diversity and Visual Impairment: The Individual Experience of Race, Gender, Religion, and Ethnicity on the Individual“ von Dr. Jane Erin aus den USA und „Aligning State Standards and the Expanded Core Curriculum: Balancing the Impact of the No Child Left Behind Act“ von Dr. Keri Lohmeier aus Vilseck. Die unterschiedlichen Programme unterteilten sich grob nach den Themen „Inklusion – Entwicklung von Bildungseinrichtungen und Professionalisierung“ und „(Multi-) Kulturelle Vielfalt von Bildungsangeboten“. Am Abend des ersten Tages gab es ab 19 Uhr ein Meet & Grill, bei dem mit Barbecue, Cocktails und Jazz-Musik eine lockere Atmosphäre gestaltet wurde.

Der Dienstag begann direkt in der Früh um neun Uhr mit dem weiteren Programm. Interessant dabei der Vortrag von Claus Duncker aus Marburg zum Thema „100 Jahre zentral organisierte akademische Bildung in Deutschland – Ende oder Wende? Die konzeptionelle Entwicklung der blista (Deutsche Blindenstudienanstalt)“. Dem folgte Ute Licht aus Lüneburg mit „20 Jahre Mobiler Dienst Sehen in der Regionalabteilung Lüneburg der Niedersächsischen Landesschulbehörde“. Der Dienstag wurde außerdem mit einer Hilfsmittelausstellung abgerundet, die den ganzen Tag im Haus 68 lief.

 

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Weitere Sonderausstellungen an diesen Tagen waren „Anders Sehen“ zum Thema „175 Jahre Stiftung für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche Zollikofen“, sowie „Von der Sozialfürsorge zur Euthanasie – Das Leben der Schwachsinnigen in der sächsischen Landeserziehungsanstalt von 1905 – 1945“ und „Wie Blinde per Tandem die Welt erleben“.

Fazit zum Blinden- und Sehbehindertenpädagogik Kongress

Die Arbeit der Blinden- und Sehbindertenpädagogik geht schon auf das achtzehnte Jahrhundert zurück und seitdem hat sich viel getan. Mittlerweile fand der 35. Kongress des entsprechenden Verbands in Deutschland statt. Dazu traf man sich über mehrere Tage in Chemnitz. Die Teilnehmer konnten die gesamte Zeit teilnehmen oder auch nur an einzelnen Tagen. Der Kongress des Verein für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik lockte über fünfhundert Teilnehmer aus der ganzen Welt an. Aus insgesamt fünfzehn Ländern reisten Leute an, um an dem Kongress teilzunehmen. Sie stammen teilweise aus den USA, Philippinen und Australien. Neben dem eigentlichen Kongress gab es auch noch Freizeitangebote, die wahrgenommen werden konnten. Unter anderem auch ein Barbecue, bei dem man ins Gespräch kommen konnte.