Wandel in der Versicherungsbranche – Neue Herausforderungen für Versicherer

Versicherung

Die Versicherungsbranche ist im Wandel begriffen. Mehrere Herausforderungen kommen auf die Versicherer zu. Sich diesen zu stellen, ist wichtig. Doch welche Themen werden die Versicherungen in den kommenden Jahren besonders umtreiben? Dieser Artikel gibt die Antworten darauf.

Digitalisierung der Versicherungen

Einer der wichtigsten Punkte, der zum Wandel der Versicherungsbranche beiträgt, ist die Digitalisierung. Das Internet spielt eine immer größere Rolle, wenn es um das Informieren über Versicherungen, aber auch um den Abschluss einer Versicherung geht. Egal ob Privathaftpflicht, Kfz-Versicherung, Tierversicherung, Gewerbehaftpflicht oder private Krankenversicherung – das Feld ist weit, in dem Privatpersonen, Unternehmen und Freiberufler nach sinnvollen Versicherungsmöglichkeiten suchen.

Versicherer, die nicht rechtzeitig auf den digitalen Zug aufspringen, werden das Nachsehen haben. Schließlich werden digitale Abschlüsse von Versicherungen immer wichtiger. Und dabei geht es nicht nur darum, Werbung zu schalten, sondern auch darum, Inhalte zu bieten und sich als Versicherer darzustellen. Viele Versicherer greifen diese Punkte bereits seit mehreren Jahren auf und haben diese erfolgreich in ihr Unternehmen integriert wie man sehr gut am Beispiel von ottonova und ihrer privaten Krankenversicherung sieht. Das dieser Weg erfolgsversprechend sein kann, zeigen auch die Kundenzahlen des Münchener Insuretech-Unternehmens.

 

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Doch nicht nur beim Verkauf von Versicherungen spielt die Digitalisierung eine wichtige Rolle. Auch bei den Versicherungstarifen selbst wird sich in der Branche so Einiges ändern. Bereits heute sind Telematiktarife im Kommen.

Diese werden in der Kfz-Haftpflicht genutzt, um die Prämien nach dem Fahrverhalten einzustufen und nicht nach Faktoren, die heutzutage immer weniger eine Rolle spielen (können). Dies ist die gute Seite für die Versicherten und die Versicherungsbranche wird hier auch immer mehr auf den Zug aufspringen und aufspringen müssen.

Aber die Digitalisierung hat auch eine Kehrseite. Die Risiken durch Cyberangriffe wachsen. Bereits jetzt sind immer wieder Unternehmen und Behörden von Hackerangriffen betroffen. Dies kann zu immensen Schäden führen, die versichert werden müssen. Die Versicherer sind deshalb gefordert, sich in diesem Bereich aufzustellen und Seite an Seite mit den Unternehmen und Behörden, wie auch mit betroffenen Privatpersonen, zu gehen. Und diese entsprechend gegen Cyber-Risiken abzusichern. Dies erfordert auch den Aufbau neuer Versicherungen in diesem Bereich mit entsprechenden Tarifen und Absicherungen. Dieser Punkt wird in den kommenden Jahren auch immer mehr an Bedeutung gewinnen. Versicherer, die sich hier gut aufstellen, werden sich auf dem Markt weiter behaupten und noch mehr Kunden dazugewinnen können.

Der Wettbewerbsdruck unter den Versicherern steigt

Wettbewerb untereinander in der VersicherungsbrancheDie Versicherungsbranche galt lange als eine Branche, in der sich jeder eine goldene Nase verdienen konnte. Diese Zeiten sind längst vorbei. Inzwischen ist, auch durch die Digitalisierung der Branche, der Wettbewerbsdruck enorm gestiegen. Die Konkurrenz ist gewachsen, das Angebot in den wichtigsten Versicherungsbereichen wie z. B. Kfz-Haftpflicht und Privathaftpflicht, immer größer geworden. Hier können sich nur die Versicherer mittelfristig durchsetzen, die ihren Kunden etwas bietet. Dazu gehört inzwischen ganz besonders Preistransparenz und Nähe zu den Versicherten. Eine Abschottung, so wie sie früher der Fall war, ist nicht mehr möglich. Funktioniert der Service der Versicherer nicht, oder die Tarife sind zu hoch, wechseln die Kunden inzwischen deutlich schneller als früher die Versicherung.

Ein wichtiger Punkt beim erhöhten Wettbewerbsdruck ist sind die Preise. Gerade die Autoversicherer bekommen dies sehr zu spüren. Mitunter wechseln Kunden direkt nach einem Jahr wieder aus der Kfz-Haftpflicht, weil sie einen anderen Versicherer entdeckt habt, der noch ein wenig günstiger ist. Nun kann nicht jede Versicherung diese zum Teil billigen Tarife mitgeben. Wichtig ist dann, dies den Kunden auch so transparent zu kommunizieren, dass sie bereit sind, die höhere Versicherungsprämie zu bezahlen, anstatt den Versicherer zu wechseln.

Ein weiterer Punkt, der den Wettbewerbsdruck in der Versicherungsbranche massiv erhöht hat, ist der Eintritt von branchenfremden Anbietern, die plötzlich auch mitverdienen wollen am Versicherungsgeschäft. Gerade im Kfz-Bereich findet sich dies wieder. Viele Autohersteller bieten inzwischen eigene Kfz-Haftpflicht und Kaskoversicherungen an. Dies ist naheliegend, da ein Hersteller so direkt mit dem Autoverkauf eine Versicherung anbieten kann und die Kundenbeziehung noch stärker verbunden wird dadurch. Dies kann eine normale Versicherung nicht bieten, da sie nur sich selbst als Marke hat. Wenn aber die Versicherer daran arbeiten, genau solche stabilen Kundenbeziehungen aufzubauen, die von Transparenz und gutem Service getragen sind, kann der Wettbewerb gewonnen werden.

WettbewerbSchließlich will nicht jeder einen Billigtarif bei einer Versicherung, sondern möchte, dass der Versicherer gut arbeitet und die Leistungen auch erbringt, die auf dem Papier stehen. Gerade bei den Berufsunfähigkeitsversicherungen wird oft geklagt, dass zwar viel versprochen wurde vor dem Versicherungsabschluss. Aber im Leistungsfalle die Versicherung eher blockiert und nur einen Teil oder gar nicht zahlt. Auch dies ist ein wichtiger Punkt, der sich ändern muss, um dem Wettbewerbsdruck mittelfristig standhalten zu können.

Die Niedrigzinsphase kostet auch die Versicherer

Kosten bezahlenNicht nur Sparer sind von den Niedrigzinsen betroffen. Auch die Versicherungen müssen in hohem Maße damit kämpfen. Das heißt, die Versicherer müssen sich im Umfeld der niedrigen Zinsen mitunter neu aufstellen. Nur jammern, dass die Kunden keine Versicherungen mehr abschließen wegen der Niedrigzinsen, ist nicht der Weg. Stattdessen müssen neue attraktive Versicherungstarife her, z. B. in der Kapitallebensversicherung.

Natürlich fallen den Versicherungen dadurch auch Kapitalerträge weg, weil ihre Rücklagen nicht mehr verzinst werden. Oder für diese sogar Negativzinsen bezahlt werden müssen. Doch die Versicherer, die sich generell umstellen und nicht jeden weggefallenen Euro an ihre Versicherten weitergeben, sondern sich anderweitig aufstellen, werden sich am ehesten durchsetzen.

Fazit: Die Versicherungsbranche ändert sich

Egal ob Digitalisierung, gestiegenem Wettbewerbsdruck oder Niedrigzinsen. Die Versicherer sind gefragt, sich zu verändern und sich der neuen Zeit anzupassen. Was einst ging und womit Geld zu verdienen war, ist heute kein Selbstläufer mehr. Die Branche muss sich wandeln, um langfristig bestehen zu können. Dazu gehört auch die Transparenz gegenüber den Kunden und eine nahe und gute Kundenbeziehung. Und nicht zuletzt Versicherungstarife, die nicht nur viel versprechen, sondern den Versicherten tatsächlich eine gute Absicherung bieten. Dies ist der wichtigste Punkt von allen. Die Versicherungen sind hier nicht auf sich allein gestellt. Unternehmen wie Deloitte bieten ihren Kunden einen ganzheitlichen Beratungs- und Lösungsansatz an, um bei der Transformation von Versicherern zielführend zu unterstützen.