Vineta

Der deutsche Film „Vineta“ lief erstmalig am 3. April 2008 in den deutschen Kinos. Es handelt sich um den ersten Langspielfilm von Franziska Stünkel. Jedoch schon rund zwei Jahre vor dem Kinostart wurde der Film zur Premiere auf dem Filmfest in München gezeigt. Die Handlung dreht sich um das Schicksal eines Workaholics.

Vineta
  • Peter Lohmeyer, Ulrich Matthes, Susanne Wolff (Schauspieler)
  • Moritz Rinke (Autor)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

Meistens drehen sich Geschichte um Arbeitslosigkeit, Hartz-IV oder dem Alltag der Unterschicht. Somit gelang der Nachwuchsregisseurin ein grandioser Film über ein oft verschwiegenes Thema. Es geht um einen herzkranken, arbeitssüchtigen Architekten, der seine Nächte am Schreibtisch verbringt, anstatt im Bett. Mit der geleisteten Arbeit gelingen ihm hin und wieder Auszeichnungen, aber auch eine schlechte Gesundheit. Wie geht die Geschichte aus?

Besetzung / Darsteller, Drehorte und Regie

Regisseurin Franziska Stünkel ist relativ neu im Geschäft. Geboren wurde Franziska Stünkel 1973 in Göttingen. Im Laufe der Zeit machte sie sich einen Namen als Drehbuchautorin, Filmregisseurin und Fotokünstlerin. Erst absolvierte sie eine Ausbildung zur Drehbuchautorin und Filmregisseurin in Kassel und Hannover. Während des Studiums erhielt die junge Dame mehrere Stipendien. Mit „Vineta“ schuf Stünkel einen Film mit einer Länge von 93 Minuten. Zusätzlich schrieb sie selbst das Drehbuch dazu, welches auf dem Theaterstück „Republik Vineta“ basiert (Moritz Rinke).

„Vineta“ erhielt eine Altersfreigabe ab 12 Jahren und unterlag der Produktion von Frank Kaminski, Dirk Hamm und Ulrich Stiehm. Mithilfe von Carsten Thiele konnte die Besetzung gefilmt werden. Dazu gehören: Peter Lohmeyer schlüpft in die Rolle des Sebastian Färber und erhält Unterstützung von Ulrich Matthes als Dr. Leonhard. Justus von Dohnányi zeigt den Charakter Born auf der Leinwand und Matthias Brandt die Person Hans Montag. Weitere Nebenrollen: Susanne Wolff, Kristina Karst, Helmut Krauss, Herbert Fux, Sascha Göpel und Bela B. Felsenheimer.

Sven Budelmann und Sarah Clara Weber schnitten die Szenen zusammen und ließen die Musikbeiträge von Ingo Ludwig Frenzel einfließen.

Zusammenfassung & Inhalt vom Film „Vineta“

Sebastian Färber ist ein herzkranker, arbeitssüchtiger Stararchitekt, der die Nächte liebend gerne damit verbringt, über neue Entwürfe zu brüten, anstatt ins Bett zu gehen. Am Schreibtisch sitzt er nervös und zermartert sich den Kopf. Ab und an knack Sebastian sich eine Walnuss, um sich beschäftigt zu halten. Für seine Arbeiten bekam der Architekt bereits einige tolle Auszeichnung, doch zusätzlich auch eine schlechte Gesundheit aufgrund seines Lebensstils. Im Büro sitzen noch weitere Personen, die sich das Maul zerreißen über das selbst zerstörerische Verhalten des Kollegen. Sein Partner ist zudem sehr besorgt über die zunehmenden, hohen Baukosten der aufwendigen Entwürfe.

Allerdings ist Färber beratungsresistent, denn er hört nicht auf seinen Partner, noch auf seine Tochter Himalaya. Immer wieder versucht sie, ihren Vater zu mäßigen. Eines Tages kollabiert der Stararchitekt während einer Auftragsarbeit für ein Altenheim. Sofort landet Färber im Krankenhaus. Doch anstatt sich auszukurieren, winkt der nächste Auftrag, den er annimmt. Es handelt sich um den Entwurf auf der Insel Vineta, eine Zukunftsstadt. Es soll eine gewaltige Hochsicherheitssiedlung auf der Insel entstehen. Für die Planungen erhält das Team zwei Wochen Zeit. Als Projektleiter wird ein gewisser Dr. Leonard gewählt, der für diese Aufgabe ein mehrköpfiges Expertenteam zusammenstellt. Alle sollen gemeinsam in einem Schloss auf der Insel den Auftrag ausführen.

Bei diesem Auftrag wittert Färber die große Chance. Direkt bei der Ankunft auf der Insel stößt er auf die Mitstreiter Dr. Lutz Born – den zweiten Architekten, Montag – ist für die Investoren zuständig, den Politiker Behrens, den Experten Feldmann-See und die attraktive Assistentin Nina von Dr. Leonards. Unermüdlich arbeitet Färber an dem Konzept für die Zukunftsstadt. Leider können seine Mitstreiter den Ideen nichts abgewinnen, nur Dr. Leonard sieht ein gewisses Potenzial in den ungewöhnlichen Visionen. Am Ende entstehen zwei gegensätzliche Entwürfe, welche zur Präsentation dem potenziellen Bauherrn vorgelegt werden. Die Architekten stehen unter enormen Druck, es wird ununterbrochen gearbeitet und dabei stellt sich das Gefühl ein, dass etwas auf der Insel nicht mit rechten Dingen zugeht.

Färber hört einige Andeutungen von Montag, doch beachtet diese nicht weiter, solange bis der Mann bei einer Partynacht ertrinkt. Mit der Hilfe von Nina gelingt es Färber, hinter die Kulissen zu blicken und die ganze Wahrheit über das Projekt offenzulegen. Es sieht so aus, als ob der geheimnisvolle Projektleiter Dr. Leonard ganz andere Ziele verfolgt. Diese Ziele sind weitaus weniger menschenfreundlich, als sie auf den ersten Blick erscheinen.

Fazit & Kritiken zum Film „Vineta“

Peter Lohmeyer verkörpert der arbeitssüchtigen Färber so wunderbar, dass es wirkt, als wäre ihm die Rolle auf den Leib geschneidert worden. Im Grunde genommen wurden für alle Figuren ein großartiges Schauspieler-Ensemble gecastet. Es handelt sich im Film „Vineta“ um ein aktuelles Thema. Wofür von Franziska Stünkel der richtige Stoff gefunden wurde, dass es so spannend inszeniert werden konnte. Bis zum Ende wartet der Zuschauer neugierig auf die Auflösung. Es handelt sich um ein Langspiel-Debüt der Regisseurin und trotzdem ist es ein sehr reifer Film.

„Vineta“ erschließt dem Zuschauer eine Metapher: Menschen sind Herdentiere, die sich letztlich doch nur um sich selbst kümmern. Einige über stilisierte Szenen wirken etwas wie ein selbstgefälliges Kunstgewerbe, aber diese Schwäche lässt sich durch die Visualisierung von Färbers psychischen Problemen wettmachen. Stünkel destilliert aus dem Theaterstück viele interessante Ansätze für ihren Film. Durch die Verfilmung konnten zwei Auszeichnungen erreicht werden: der Otto-Sprenger-Preis als „Bester Debütfilm” und den Remi-Silver-Award.

Letzte Aktualisierung am 22.09.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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