Von-der-Heydt-Museum Wuppertal zeigt Kunst von Paula Modersohn-Becker

Paula in Paris - Ausstellung
Regionales

„Kopf eines kleinen Mädchen mit Strohhut“, nennt sich das bekannteste Gemälde der Künstlerin Paule Modersohn-Becker. Ebenfalls bekannt die Bremer Ausstellung „Paula in Paris“, die 2009 den Kultur-Marketing Preis gewinnt. Wer das Gemälde betrachtet, bemerkt wie nahe das kleine Mädchen dem Betrachter zu kommen scheint. Die Gesichtshaut scheint plastisch. Mit vielen kleinen Strichen wurde die Farbe in den abgebildeten Gesichtspartien aufgeraut. Dagegen versinkt die Landschaft im Hintergrund des Mädchens in Unschärfen.

Dieses Bild kann man im Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal bewundern. Zudem zeigt das Von-der-Heydt-Museum Museum die Ausstellung „Paula Modersohn-Becker. Zwischen Worpswede und Paris“. Gerhard Finckh ist der zuständige Direktor des Museums. Die Ausstellung in Wuppertal ist mit 22 Gemälden und mit vielen weiteren Arbeiten, die zweitgrößte Kollektion von Werken der Künstlerin. Im Rijksmuseum Twente in Enschede, war sie als Erstes zu sehen und das Museum ist daher Koproduktionspartner dieser Ausstellung.

Die Schau wurde von Beate Eickhoff kuratiert und ermöglicht nicht nur eine umfassende Übersicht über die Entwicklung der Künstlerin, sondern befasst sich ebenfalls mit den Arbeiten von Zeitgenossen. Die Malerin erscheint so in einem Spannungsfeld, zwischen dem Künstlerdorf und der europäischen Metropole.

Die Künstlerin Paula Modersohn-Becker ist ihm Jahre 1876, als Kind einer gutbürgerlichen Familie in Dresden geboren. Ihr Leben selbst lässt sich als ein Emanzipationsprozess deuten, dieser wurde allerdings durch ihren frühen Tod beendet. Sie verstarb im Jahr 1907, kurz nach der Geburt ihrer Tochter. Todesursache hierbei war eine Embolie. Für den Museumsdirektor des Wuppertaler Museums ist die Spekulation, wie sich die Künstlerin im Laufe der Zeit entwickelt hätte, sehr reizvoll. Obwohl sie nur zehn Jahre Zeit hatte, fertigte sie rund 700 Gemälde und über 1000 Zeichnungen an. Dabei zeichnete sie überwiegend für sich selbst, zu ihren Lebzeiten verkaufte sie nur weniger ihrer Werke und hatte nur zwei Ausstellungen.

Frauen und Kunst im 19. Jahrhundert

Für Frauen gab es im 19. Jahrhundert nur wenige Möglichkeiten, ein Kunststudium zu absolvieren. Mit 20 Jahren ging Paula Becker nach Berlin und wurde schnell in eine Aktklasse aufgenommen. Eine Erbschaft erlaubte es ihr, ihr Studium abzuschließen. 1898 übersiedelte die junge Künstlerin nach Worpswede, dort lernte sie den aus Soest stammenden Maler Otto Modersohn. Nach dem Tod seiner Frau im Jahre 1901 heirateten die beiden. Insgesamt viermal reist die Künstlerin nach Paris, das erste Mal 1900 und das letzte Mal 1906. Dort betrachtete sie die Werke von Cézanne Gauguin, van Gogh und vielen weiteren Künstlern, die sie schon seit vielen Jahren beeindrucken.

Wandmalerei im Museum - Paula in Paris

Kuratorin Beate Eickhoff erkennt ein Spannungsumfeld, indem sich Modersohn Becker befindet. Einerseits zwischen einem selbstbestimmten Leben als Künstlerin, auf der anderen Seite die Sehnsucht nach einer Familie. Allerdings soll sie keine Feministin gewesen sein, verschärft Eickhoff.

In der Ausstellung erscheint die Künstlerin an einer Schwelle zur Avantgarde. Sie war bereits eine Expressionistin, bevor sich die Bewegung überhaupt in Deutschland formatiert hat. Die Radikalität lässt sich bereits in ihren früheren Werken erkennen. Das Gemälde „Birkenallee im Herbst“ öffnet das Landschaftsmotiv in einem Rhythmus aus weißen Baumstämmen, hierbei werden die braunen Baumkronen zu großen Flecken. Selbst in einem scheinbar konventionellen und naturgetreuen Portrait, offenbart einen ungewohnten Blick. Betont werden von der Künstlerin Details, die gegen alltägliche Schönheitsideale verstoßen.

In Lebenssituationen sortierten Ausstellungsräumen sind die Werke Modersohn-Beckers, den jeweils korrespondierten Gemälden von Zeitgenossen aber auch der alten Kunst gegenübergestellt. So ist neben ihrem Selbstporträt mit Kette ein altägyptisches Fayum-Porträt einer Frau ausgestellt. Aber auch viele andere Werke zeigen, wie die junge Künstlerin Anregungen aufnahm und ihre ganz eigene Bildwelt erstellte.

Das Leben von Paula Modersohn Becker

Paula Modersohn Becker wurde am 8 Februar 1876 in Friedrichstadt, Dresden als Minna Hermine Paula Becker geboren. Sie verstarb am 20. November 1907 in Worpswede. Ihre Kunst vereint die bedeutendsten Aspekte des frühen 20. Jahrhunderts. Paula Becker war das dritte von insgesamt sieben Kinder. Vater war der Ingenieur Carl Woldemar Becker und Mutter war Mathilde, diese entstammt der thüringischen Adelsfamilie von Bültzingslöwen. Die Heirat der Eltern fand im Jahr 1871 in Chemnitz statt.

Kunst, Literatur und Musik spielten bei der Erziehung der Kinder eine große Rolle. Paula und ihre Schwestern erhielten Klavierunterricht, ihre älteste Schwester Milly verfügte über eine schöne Gesangsstimme und durfte Gesangsunterricht nehmen. Obwohl ihre Familie Richard Wagner schätzte, empfand ihn Paula Becker als „undeutsch“. Von den Biografen wird das Elternhaus von Paula Becker als liberal-bürgerlich eingestuft, wohlhabend war es allerdings nicht.

Bereits mit 16 bekam sie Unterricht im Zeichnen in Bremen und London. Nachdem sie ein Lehrerinnenseminar besucht hatte, konnte sie ihre künstlerische Ausbildung in Berlin fortsetzen. Die erste Zeit in Worpswede und die erste Reise nach Paris wurde von Verwandten ermöglicht.

Paula Modersohn-Becker: Eine Biographie mit Briefen
  • Marina Bohlmann-Modersohn
  • Herausgeber: btb Verlag
  • Auflage Nr. 2007 (25.09.2007)
  • Taschenbuch: 336 Seiten

In Worpswede bekam sie Unterricht bei Fritz Mackensen und schloss Freundschaft mit der Bildhauerin Clara Westhoff. Der Maler Otto Modersohn erkannte Paulas Talente und förderte sie. Im Jahr 1901 folgte schließlich die Hochzeit. Otto Modersohn ermöglicht die nächsten Aufenthalte in Paris, wo sie die Werke ihrer Idole bewundern konnte. Hier entwickelte sich wesentlich ihre künstlerischen Impulse.

Ihr letzter Aufenthalt in Paris war aber ein Versuch, sich aus einer erstickenden Ehe zu retten. Dies brachte eine äußerst produktive Zeit mit sich. Allerdings gab sie dem Drängen ihres Ehemannes nach, den sie konnte nicht ohne seine finanzielle Unterstützung verzichten. Im Frühjahr 1907 kehrte sie mit ihrem Mann aus Paris zurück. Im November desselben Jahres verstarb die junge Künstlerin nach der Geburt ihrer an einer Embolie.

Paula in Paris Ausstellung gewinnt Kultur-Marketing Preis

Das überzeugende Marketingkonzept und die gezielte Ansprache der Besucherer war ausschlaggebend für die Jury des Kultur-Marketing-Preises, um den dotierten 1. Preis an die Bremer Kunsthalle mit der Ausstellung „Paula in Paris“ zu vergeben. Die Ströer-Gruppe ist Deutschland Marktführer für Außenwerbung, lobte den Preis in Zusammenarbeit mit der Kulturmarketingagentur projekt2508 GmbH aus. Der Preis zeichnet besonders kreatives und zielgruppenorientiertes Marketing im Bereich Kultur aus.

Die Ausstellung „Paula in Paris“ in Bremen zeigt nicht nur eine perfekte Umsetzung des Hauptmotives in sämtlichen Motiven, sondern zudem eine in ganz Deutschland Existenz auf Messen, in Printmedien und auf Plakaten. Abgerundet wird das Konzept von „Paula in Paris“ durch originelle Merchandisingprodukte und Aktionen. Zugleich zeichnet sich die Kunstausstellung durch ein hervorstechendes Service für Besucher(innen) aus. Zudem werden gezielt den Weg nach Bremen und ins Museum aufgezeigt. Das Angebot an Service reicht hier von einer zielgruppenorientierten Kommunikation von Reise-Packages und -angeboten bis zu einem ausgezeichneten Wegeleitsystem in der Stadt. Die Besucher wurden mit entsprechenden Aktionen dazu animiert, nicht nur das Museum mit der Ausstellung „Paula in Paris“ zu besuchen, sondern auch die wunderbare Stadt Bremen zu besuchen.

Die Fachjury bestehend aus Vertretern aus den Bereichen Hochschule, Medien und Werbung hatte in einer Menge aus 40 Beteiligungen aus dem In- und Ausland. Darunter waren acht Einsendungen aus dem Abteilungen Kunstprojekte, Museen, Städte, Theater, Opernhäuser nominiert. Jedoch fällt auf, dass viele Einrichtungen zwar häufig ein schönes Design, aber nur wenige ein ausreichendes Serviceangebot in den Medien haben.

Der zweite Platz geht an die Plakatierungsleistungen im Wert von 10.000 Euro, erhält die Museumslandschaft in Hessen mit der Ausstellung „König Lustik“. Der dritte Platz geht an die Schirn Kunsthalle mit der Ausstellung „Impressionistinnen“ und bekommt eine Präsentationsfläche in der Culture Lounge. Der vierte Platz geht an das Schauspiel Essen und erhalten, mit dem fünften Platz, der an das LWL-Landesmuseum in Münster geht, eine Präsentationsfläche auf der ITB in Berlin.

Nominiert waren zudem die Grassimesse 2008 aus Leipzig, das Museum Kunstpalast mit ihrer Ausstellung „Diana und Actaeon. Der Verbotene Blick auf die Nackheit“ und die Staatsoper in Stuttgart mit „Aida„.

Letzte Aktualisierung am 7.11.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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