Wie zwischen Himmel und Erde

Der deutsch-schweizerische Spielfilm „Flucht aus Tibet – Wie zwischen Himmel und Erde“ aus dem Jahre 2010 besitzt Tiefe. Der Film spricht über Themen, die nicht von jedem abgehandelt werden. Der deutsche Kinostart lag auf dem 31. Mai 2012.

Flucht Aus Tibet
  • Amazon Prime Video (Video on Demand)
  • Hannah Herzsprung, David L. McInnis, Sangay Jäger (Schauspieler)
  • Maria Blumencron (Regisseur)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

Zwei Jungen lassen ausgelassen im tibetischen Hochland ihre Drachen steigen. Das Spiel ist jäh zu Ende, als einer einen Streifschuss abbekommt. Ist es eine Attacke auf ihn oder nur eine Verwechslung? Später steht fest, die Zielscheibe war eigentlich sein Freund. Was ist der Grund für diese Tat? Mittlerweile steht der Grund fest, denn es handelt sich um Erinnerungen einer deutschen Medizinstudentin. Johanna ist nach Tibet gereist, um als Bergsteigerin den Achttausender zu bezwingen. Was passiert bei der Aktion?

Besetzung / Darsteller, Drehorte und Regie

Die Produktion von „Wie zwischen Himmel und Erde“ fand in einer Co-Produktion des Bayerischen Rundfunk, des Südwestrundfunks, des Schweizer Radios und Fernsehens und in Zusammenarbeit mit Arte Deutschland TV statt. Regisseurin Maria Blumencron schrieb zusammen mit Karl-Dietmar Möller-Nass das Drehbuch. Jegliche Schauspieler, die später von dem Kamerateam Jörg Schmidt-Reitwein und Brian Dean Goff gefilmt wurden, suchte Cornelia von Braun im Casting aus. Dazu gehörte in der Hauptrolle Hannah Herzsprung als Bergsteigerin Johanna. Die Jungen Tashi und Tempa dargestellt durch David Lee McInnis und Sangay Jäger.

Nach den Dreharbeiten, die von Mitte September 2010 bis Mitte Dezember 2010 dauerten, schnitten Clara Fabry und Simon Blasi die Szenen zu einem Film, mit 101 Minuten, zusammen. Drehorte lagen in Ladakh, Bad Aibling und in der Schweiz.

Weitere Darsteller: Tamding Nagpa, Lucas K. Peterson, Yangzom Brauen, Pema Dolkar Shitsetsang, Carlos Leal, Mona Petri und Jon Yang. Peter Scherer ist verantwortlich für die Musik zum Film, der eine Altersfreigabe ab 12 Jahre erhielt.

Zusammenfassung & Inhalt vom Film „Wie zwischen Himmel und Erde“

In den Bergen von Tibet wartet auf den Betrachter eine majestätische Landschaft. Genau dort spielen zwei Jungen mit einem Drachen. Das ausgelassene Spiel wird unterbrochen, von einem Schuss, wobei einer der beiden Jungen etwas abbekommt. Bei der Attacke aus dem Hinterhalt sollte nicht der Halbwaise Tempa als Zielscheibe dienen, sondern sein Freund. Ein ganz besonderer Junge, denn alle bezeichnen ihn als „Golden Boy“. Er ist der legitime Nachfolger des Dalai Lama, somit später das Oberhaupt von Tibet. Dieser Angriff wird den chinesischen Besatzern zugeschrieben.

Die Mönche des Klosters beschließen durch ein Orakel, dass Golden Boy fliehen muss. Womit kurz darauf ein alter Abt, enge Vertraute und Golden Boy Richtung Indien aufbrechen. Kurz vorher versucht die junge Bergsteigerin Johanna aus Berlin, den hohen Cho Oyu zu besteigen. Allerdings stürzt sie an dem sechsthöchsten Berg der Welt in eine Gletscherspalte. Dort lauert eine furchtbare Entdeckung auf sie. Nach der Befreiung entschließt Johanna, Tibet den Rücken zu kehren und nach Deutschland zu fliegen.

Während der Busreise zum Flughafen schließt sie sich einer spirituellen Reisegruppe an, welche kurzzeitig im Tapir Kloster unterkommen. In den dunklen Mauern des Klosters fallen Johanna die Lebensfreude des Jungen Tempas auf, jedoch fällt ihr Blick auch auf die Wunde am Kopf. Kurzentschlossen nimmt sie ihn unter ihre Fittiche, obwohl er Flöhe hat, die auf sie übergreifen. Gleichzeitig versucht Tempa, ihr Geld zu stehlen. Es dauert nicht lange und Johanna reist zusammen mit Tempa nach Lhasa. In ihrer Tasche befindet sich die Adresse eines Hotels. Dort wartet ein gewisser Meto auf sie und soll Tempa, zusammen mit einem Schreiben des Klostervorstands, übernehmen.

An der Rezeption fragt Johanna nach Meto, doch die Frau reagiert misstrauisch. Etwas später entpuppt sie sich als Meto selbst, die als Helferin Kindern eine illegale Flucht über die Grenze ermöglicht. Ihr Partner ist der Schmuggler Tashi. Da sich in neuster Zeit die Zustände an der Grenze verschärft haben, möchte Tashi eigentlich keinen erneuten Trek leiten. Dem Schreiben des Klosters ist zu entnehmen, dass das Schicksal der Gruppe mit dem Verbleib des Jungen zusammenhängt. Nun begreift Johanna, dass sich Tempa auf den Weg machen muss. Sie fasst den Entschluss, ihn auf der abenteuerlichen Reise durch den Himalaja zur Seite zu stehen.

Im Laufe der Zeit bildet sich ein zusammengewürfelter Haufen, für die der gefährliche Trek durch Eis und Schnee beginnt. Dazu gehören Meto und Tashi. Beide weisen eine gemeinsame Vergangenheit auf, denn einige Kinder werden mit Hoffnung auf ein besseres Leben weggeschickt. Die kämpferische und schöne Dolma, die von Johanna gegen den Willen von Tashis überredet wird, ihren Sohn auf der Reise zu begleiten.

Vor dem letzten Dorf bricht das Fluchtauto zusammen. Im Fußmarsch geht es ins Dorf, wo alle bei Metos Mutter übernachten. Leider sind die chinesischen Behörden bereits auf sie aufmerksam geworden. Es folgt eine Durchsuchung und Johanna trifft auf Major Wang Bao, ein smarter, brutaler Offizier. Er möchte die Stabilität von Tibet nicht gefährden, warum Golden Boy auf keinem Fall ausreisen darf. Johanna muss zurück nach Lhasa, während die Gruppe rechtzeitig vor den Soldaten flieht.

Auf dem Weg erfährt Johanna von Meto, die Motivation und die Hintergründe des Tuns. Es folgt eine persönliche Geschichte, die Hingabe an die Tradition und dem tiefen buddhistischen Glauben. Schon bald befindet sich die Gruppe aufgrund des beschwerlichen Marschs am Rand der Erschöpfung. Johannas Werte liegen jedoch anders, diese Erkenntnis erschreckt.

Fazit & Kritiken zum Film „Wie zwischen Himmel und Erde“

Wie zwischen Himmel und Erde“ ist eine tiefgründige Filmgeschichte, welcher von vielen Zuschauern Naivität und Kolportagestil vorgeworfen wird. Maria Blumencron ist trotzdem ein Abenteuerfilm gelungen, zusammen mit einem Plädoyer für die Kultur Tibets. Das Drama gleicht einem Naturereignis, was packend, menschlich und schicksalhaft auf den Zuschauer wirkt. Einige Szenen wurden in Tibet verdeckt gedreht, was die Bilder noch realer werden lässt.

Ganz deutlich wird das Schicksal von Tibet gezeigt. Die Regisseurin hat Ereignisse verarbeitet, welche sie selbst erlebt hat, denn sie arbeitete als potenzielle Begleiterin einer Flüchtlingsgruppe bei den Verhören und der Verhaftung mit. Schon früher hat sich Blumencron mit diesen Themen auseinandergesetzt. Dazu gehörte das Schreiben von Büchern und das Gründen des Vereins, die „Initiative Shelter 108 e. V.“

Eine ernste Geschichte gut verpackt, mit tollen Landschaftsbildern erwartet die Filmbegeisterten. Dabei überlappen zwei Bereiche untrennbar – das sind Fakten und Fiktion. Die 100 Minuten Filmlänge ist auf keinem Fall eine Verschwendung. Überzeugen Sie sich selbst!

Letzte Aktualisierung am 24.11.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API