Wir sind jung. Wir sind stark.

Burhan Qurbani (Shahada) legte mit „Wir sind jung. Wir sind stark.“ aus dem Jahr 2014 einen Film vor, der die Geschehnisse um die Asylbewerber Aufnahmestelle vom 24. August 1992 im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen behandelt. Diese Ereignisse sind ein deutliches Beispiel für Fremdenfeindlichkeit seit Bestehen der Bundesrepublik. So suchte sich Burhan Qurbani für diesen Film nicht nur eine interessante, sondern auch eine nach wie vor sehr aktuelle Thematik aus.

Wir sind jung. Wir sind stark.
  • Amazon Prime Video (Video on Demand)
  • Jonas Nay, Trang Le Hong, Devid Striesow (Schauspieler)
  • Burhan Qurbani (Regisseur) - Martin Behnke (Autor) - Jochen Laube (Produzent)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

Mit „Wir sind jung, wir sind stark“ schuf er ein Drama, dass drei Handlungsstränge über den letzten Tag der Ausschreitungen am Asylbewerberheim in Rostock-Lichtenhagen abbildet. Der Film ist im Schwarzweiß-Stil gehalten und spiegelt Szenen von Ausländerfeindlichkeit, Jagd auf Sündenböcke und den Frust eine rebellierenden, gefühlt perspektivlosen Jugend wider.

Wir sind jung, wir sind stark – Besetzung / Darsteller, Drehorte und Regie

Der Film „Wir sind jung. Wir sind stark.“ entstand im Jahr 2014 und wurde vom Regisseur Burhan Qurbani gedreht. Er kam im Januar 2015 in die Kinos, hat eine Dauer von 123 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Die Darsteller sind Devid Striesow, Trang Le Hong, Jonas Nay, Saskia Rosendahl, Joel Basman, Paul Gäbler und Thorsten Merten.

Bereits 5 Jahre vor Drehbeginn beschäftigte sich der Regisseur Burhan Qurbani, geboren 1980, mit den Ereignissen des 24. August 1992. Das Ergebnis seiner Recherchen mündete schließlich in den Film „Wir sind jung, wir sind stark“. Im Film wird eine fiktive Handlung erzählt, die allerdings auf sehr ausführlich recherchierten Tatsachen beruht.

Burhan Qurbani erreichte im Jahr 2010 mit seinem Erstlingswerk „Shahada“ Bekanntheit. Dieser Film trug viel zu der Integrationsdebatte bei. Der Film „Wir sind jung, wir sind stark“ behandelt dieses Thema ebenfalls geschickt und künstlerisch. Die Filmfiguren wirken lebendig und der Film kommt ohne die üblichen Vorurteile aus.

Zusammenfassung & Inhalt vom Film „Wir sind jung. Wir sind stark.“

Es ist früh am Tag am 24. August 1992 im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen. Die Asylbewerberaufnahmestelle Rostocks platzt aus allen Nähten, daher richten es sich Roma und Sinti vor dem Gebäude ein. Schon einige Tage zuvor kam es zu ausländerfeindlichen Ausschreitungen und dementsprechend wüst sieht es in der Plattenbausiedlung auch aus. Einige deutsche Jugendliche, deren Alltag langweilig ist, verbringt ihre Zeit in einem Kleinbus. Der Anführer der Gruppe ist Sandro, dann gibt es noch den Draufgänger Robbie sowie Stefan, der der Sohn eines Lokalpolitikers der Sozialdemokraten ist. Die Spannungen zwischen den jungen Leuten und der Polizei treten deutlich hervor, wenn die Polizei Streife bei ihnen vorbeifährt.

Martin ist der Vater von Stefan und in seiner Funktion als Politiker gibt er vor den Fernsehkameras bekannt, dass eine Evakuierung der Asylbewerber trotz Bedrohungen durch Einheimische nicht durchgeführt wird. Etwas später sieht er, dass durch seinen Vorgesetzten angeordnet wird, die Roma und Sinti doch zu evakuieren. Am Abend sollen weitere Protestaktionen von Einheimischen stattfinden, da sich noch viele Vietnamesen in dem Gebäude aufhalten. Martin ist es bekannt, dass sein Sohn Stefan in Kontakt mit Robbie steht, was ihm Sorgen bereitet.

Sandro, Stefan und Robbie sind im Auto von Sandro unterwegs. Robbie provoziert Sandro, der ihm die Musik ausschaltet, welche zum neonazistischen Kreis zu rechnen ist. Sandro verschleppt Robbie als Reaktion darauf in den Wald und erwürgt ihn beinahe. Im Anschluss fährt die Gruppe zur Ostsee. Tabor hat einen Spaß dabei, seinem Kumpel Goldhahn im Schlaf mit Sonnencreme ein Hakenkreuz auf seine Stirn zu zeichnen, welches durch Sonnenbrand später noch zu sehen ist. Stefan ist mit Jennie im Wasser und sie küsst ihn.

Abends mischt sich die Gruppe unter die protestierenden Einheimischen vor dem Asylbewerberheim. Dieses hat eine Fassadenbemalung mit Sonnenblumen und heißt deswegen Sonnenblumenhaus. Die Polizei ist zum Schutz des Gebäudes anwesend und befindet sich zwischen dem Gebäude und den Protestteilnehmern. Martin sitzt zu Hause und will die Proteste aussitzen. Er durchsucht das Zimmer von Stefan nach etwaigen Hinweisen für seinen Aufenthalt, da er ihn nicht erreichen kann. Er findet aber nichts und vermutet seinen Sohn vor dem Asylbewerberheim, zu dem er schließlich ebenfalls fährt.

Die Polizei hat sich inzwischen vor den Protestierenden zurückgezogen. Es kommt zu Ausschreitungen und Eskalationen, denn Stefan wirft einen Molotowcocktail in eines der Fenster. Das Asylbewerberhaus wird vom Mob gestürmt, da sie die Asylbewerber am liebsten lynchen wollen. Lien und ihre Angehörigen sind Vietnamesen. Sie versuchen sich vor lauter Angst in den oberen Etagen zu retten. Lien schafft es gerade noch so, ihren unten verbliebenen Bruder noch nachzuholen.

In den unteren Etagen sind keine Asylbewerber auffindbar. Stefan und Robbie verwüsten eine Wohnung und legen ein Feuer. Vor dem Asylbewerberheim wird „Deutschland den Deutschen! Ausländer raus!“ skandiert. Martin ist auch vor Ort, doch dessen Gegenprotest findet kein Gehör. Er sieht seinen Sohn Stefan auf einer Balkonbrüstung, wie dieser den Mob mit Handbewegungen anheizt. Die Polizei kehrt zurück und wird nach und nach wieder Herr der Lage.

Am folgenden Morgen erwacht Lien gemeinsam mit weiteren Vietnamesen in einem notdürftig bereitgestellten Lazarett. Sie geht auf die Straße und ein Kind wirft einen Stein auf sie.

Fazit & Kritiken zum Film „Wir sind jung. Wir sind stark.“

Der Film bietet beeindruckende Bilder, dennoch ist die Erzählweise stellenweise etwas zu schematisch, aber vielleicht ist das auch so gewollt. Burhan Qurbani lässt in seinem Film „Wir sind jung, wir sind stark“ auf einprägsame Art die gewalttätigen Proteste in Rostock-Lichtenhagen erneut an die Oberfläche treten.

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