Die Zukunftsakademie NRW » Diversität in Kunst, Kultur und kultureller Bildung

ZAKNRW - Kunst, Kultur und Bildung
Regionales

Das Leben ist vielfältig und bunt. So sieht die Realität aus, doch es ist gar nicht immer so einfach, diese vielen Bausteine zusammenzufügen, ohne dass sich dabei jemand abgehängt fühlt. Letztendlich war schon immer die Frage nach dem Zusammenleben von entscheidender Bedeutung und diese steht auch bei der Zukunftsakademie NRW im Fokus.

Hierbei handelt es sich um eine Einrichtung, die für die Unterschiedlichkeit in den Bereichen Kunst, Kultur und kultureller Bildung steht und somit einen Teil zur modernen komplexen Welt beitragen will. Die Zukunftsakademie versteht sich als Begleiter von Projekten und Prozessen, will dabei helfen und zum Denken anstoßen. Seit 2013 bestand die Zukunftsakademie, die allerdings leider zu Ende 2019 eingestellt wurde. Die Ideen und Inhalte bestehen aber natürlich auch weiterhin.

Worum geht es bei der Zukunftsakademie NRW?

Bei der Zukunftsakademie NRW handelt es sich im Grunde um keine wirkliche Akademie, sondern um eine Initiative, die für Programmvielfalt und das Miteinander steht. Es geht um wichtige gesellschaftliche Fragen, die das Zusammenleben bestimmen. Deshalb geht es bei der Akademie auch um Fragen, die die Kunst betreffen, aber auch Kultur allgemein und dementsprechend auch kulturelle Bildung. Die Welt ist groß und Menschen gänzlich unterschiedlich. Eine globalisierte und vernetzte Welt muss sich immer häufiger die Fragen nach dem Zusammenleben stellen. Wie können Menschen mit unterschiedlichen Meinungen und Perspektiven zusammenkommen und eine einzige Gesellschaft bilden.

Daher will die Zukunftsakademie NRW diese Fragen aufgreifen und sie im Diskurs klären. Sie versteht diese Fragen aber auch als einen Prozess, der gemeinsam erlebt wird. Die Akademie will Impulse setzen und versteht sich selbst als eine Plattform, die Projekte unterstützt, die für Wissens- und Erfahrungsaustausch sorgen können. Es werden Diskussionen veranstaltet und Vorträge gehalten, Praxisprojekte initialisiert und Fortbildungen angeboten. Es geht um die Bildungs- und Kulturlandschaft von Nordrhein-Westfalen, obschon natürlich die Fragen und Ergebnisse auch über die Bundeslandgrenzen hinaus ihre Gültigkeit haben.

Die vier Grundpfeiler der Akademie

Die ZAK NRW (Web: zaknrw.de), wie sie auch kurz genannt wird, ist eine Initiative, hinter der mehrere Träger stehen und befindet sich in der Humboldtstraße 40, in 44787 Bochum. Das ist zum einen das Land Nordrhein-Westfalen, darüber hinaus die Stiftung Mercator, die Stadt Bochum und das Schauspielhaus Bochum. 2013 wurde die Zukunftsakademie feierlich im Bochumer Schauspielhaus eingeweiht. Dazu gab Geschäftsführer Timo Köster an, welche Ideen und Ziele mit der Akademie in Verbindung stehen. Es geht um Interkultur und interkulturelle Bildung. Das kann auch ganz unterschiedlich in der Praxis aussehen. Dahinter können sich interkulturelle Handlungskonzepte für Kommunen verbergen, ebenso Kunstaktionen in Städten oder auch Qualifikationsmaßnahmen für Kultur und Bildung.

Grundpfeiler der Zukunftsakademie NRW

Wie die Webseite der Zukunftsakademie NRW zeigt, gibt es vier Grundpfeiler, die die Arbeit noch einmal vertiefen. Das sind Wissen, Prozessentwicklung NRW, Austausch und Vernetzung sowie Weiterbildung und Beratung. Diese vier Punkte geben gut wieder, wie vielfältig die Arbeit der Zukunftsakademie aussehen kann. Wenn es um interkulturelles Miteinander geht, dann lassen sich sämtliche Ebenen betrachten. Das fängt bei kleinen Kommunen an, geht über große Städte und Bundesländer bis zu Staaten und schließlich der Welt. Menschen kommen an unterschiedlichen Stellen zusammen, die in den Blick genommen und gefördert werden können. Dabei geht es nicht nur darum, das Miteinander zu stärken, sondern auch genauer auszuformulieren und zu entdecken, wie ein gelungenes Zusammenleben überhaupt aussehen kann.

Wie gesellschaftlicher Wandel aussehen kann

Die jüngsten Jahre haben gezeigt, dass es politische bunt zugehen kann. Es gibt ganz unterschiedliche Meinungen, die zum Teil auch sehr radikal ausfallen können. Die Globalisierung mitsamt dem Klimawandel sorgen für großflächige Änderungen, denen auch niemand so einfach entkommen kann. Abschotten ist die zu kurz gedachte Lösung, die manch einer in den Raum wirft, aber die eben langfristig nicht funktionieren kann. Der gesellschaftliche Wandel ist im vollen Gange und dazu auch ein ganz normaler anthropologischer Prozess. Es hat schon immer Wandel und Veränderungen gegeben. Wichtig ist jedoch, den gesellschaftlichen Wandel auch aktiv mitzugestalten. Genau dafür ist die Zukunftsakademie NRW gedacht.

Den gesellschaftlichen Wandel aktiv zu gestalten, soll in Nordrhein-Westfalen vor allem auch auf regionaler Ebene geschehen. Entwicklungs- und Bildungsprozesse sollen gefördert werden. Dazu soll der Kunst einen großen Stellenwert eingeräumt werden. Über die Kunst können interkulturelle Konzepte einfacher ausgearbeitet und umgesetzt werden. Schon immer hat die Kunst den Wandel der Gesellschaft aufgenommen und entscheidende Impulse gesetzt, die auch inspirierende Wirkung haben können.

Die Zukunftsakademie versteht sich dabei auch als ein Kompetenzzentrum. Hier soll nicht aus dem Bauch heraus gestaltet werden, sondern mit viel Wissen. Dass interkulturelles Leben förderungswert und vorteilhaft ist, soll nicht nur ein Narrativ sein, sondern auch aktiv gezeigt werden. Dabei fällt der Blick auch auf die Nachhaltigkeitsstrategien des Landes sowie der Metropole Ruhr. Verwaltet wird die ZAK NRW im Bochumer Victoriaquartier. Hier ist auch das Junge Schauspielhaus Bochum zu Hause, sodass eine enge Verzahnung entstehen kann. Konzepte sollen gemeinsam erarbeitet und können so auch direkt zur Bühne getragen werden. Theater und Kunst sollen gleichermaßen aufnehmen, wie auch wirken.

Schnell wird bei den Projekten und Diskursen auch klar, dass das Zusammenarbeiten und auch das Zusammenwirken verschiedener Perspektiven und Positionen nicht einfach nur irgendeine politische Meinung ist, sondern dass es sich als notwendige Voraussetzung entpuppt, um Zukunftsfragen lösen zu können. Auf der einen Seite ist es nicht die Frage, ob der Mensch mit anderen Menschen zusammenlebt, sondern eben nur wie. Und Herausforderungen der Globalisierung und des Klimawandels sind eben auch keine Probleme, die im Alleingang gelöst werden können.

Das Ende der Zukunftsakademie NRW

Das Ende der Zukunftsakademie NRWMit großen Hoffnungen und Erwartungen ist die Zukunftsakademie NRW gestartet worden. Doch nach rund sechs Jahren des Bestehens wurde bekannt gegeben, dass zum Ende des Jahres 2019 die Initiative ein Ende finden wird. Die Idee stammt aus dem Kulturhauptstadtjahr 2010, eröffnet wurde die Zukunftsakademie schließlich 2013. Das Ende hängt auch mit den Trägern zusammen, die sich allesamt zurückziehen werden und beschlossen haben, den Verein aufzulösen. Das kommt für einige einem bitteren Ende nah, doch zuletzt überwiegen die positiven Effekte, die auch über die Schließung hinaus wirken werden.

Trotz des Aus der Zukunftsakademie sollen geplante Programme noch zu Ende gebracht werden. Abgesehen davon wird das Projekt aber nicht einfach so auf Eis gelegt, sondern sauber abgeschlossen. Dazu gehört auch der Wissenstransfer. Also gemachtes Wissen und Erfahrungen weiterzuführen bzw. aufzuarbeiten, sodass sie auch im Nachhinein noch von großem Nutzen sein können. Darunter fällt auch die Diversitätsentwicklung. Insgesamt konnte die Zukunftsakademie wichtige Impulse setzen, die nicht verloren gehen werden. Insofern wird am Ende ein positives Fazit gezogen und letztendlich bedeutet das Ende kein Ende der Idee. Strukturelle Gründe sind es, die zur Schließung geführt haben.

Fazit zur Zukunftakademie NRW – wichtige Impulse finden leider ein Ende

Wenn es auch nur wenige Jahre gewesen sind, die die Zukunftsakademie bestanden hat, so hat sich doch sehr früh gezeigt, wie wichtig die dahinter stehende Idee ist, die auch nicht mit der Schließung enden wird. Die Initiatoren haben die richtigen Fragen gestellt, die auch in naher Zukunft weiterhin wichtig bleiben werden. Alleine damit hat die Zukunftsakademie NRW schon wichtige Impulse gesetzt, die über die Grenzen des Bundeslandes hinausgehen werden.

Es konnten konkrete Projekte angestoßen und Prozesse begleitet werden, deren Erkenntnisse auch weiterhin genutzt werden können. Die Frage nach dem Miteinanderleben in interkulturellen Gesellschaften muss immer neu behandelt werden und lädt zum Diskurs aller Beteiligten ein, ob sie nun auf offiziellen Wegen arbeiten oder aber aus anderen Bereichen kommen. Kunst und Kultur spielen eine wichtige Rolle, um das Zusammensein zu verstehen, aber auch darüber Anstöße zu setzen, um eine friedliche und fruchtbare Zukunft zu gestalten.